Der Weg in Ihre Selbstständigkeit

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Sein eigener Chef sein, die flexible Zeiteinteilung genießen und keine Meeting-Marathons mehr haben

Sich selbstständig machen – so geht’s!

Um sich diesen Traum zu erfüllen, wagen jedes Jahr Hunderttausende den Schritt in die unternehmerische Selbständigkeit. Obwohl damit manchmal einhergeht, dass Vorzüge wie der bezahlte Urlaub oder das sichere und regelmäßige Gehalt wegfallen, übt es weiterhin einen enormen Reiz aus, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Doch was braucht man alles, um sich selbstständig zu machen?

Am Anfang der Gründung steht immer die Frage nach dem „Warum“: WARUM möchte ich mich selbstständig machen? Denn wer gründet, wird früher oder später Rückschläge erleiden und Durchhaltevermögen zeigen müssen. Ein starkes Motiv gibt dauerhaft Energie für eine erfolgreiche Selbstständigkeit. Überlegen Sie: Was bewegt Sie? Möchten Sie Ihr Hobby zum Beruf machen, etwas Eigenes kreieren oder besonders viel Sinn mit Ihrer Arbeit stiften? Wenn Sie diesen Punkt für sich geklärt haben, können Sie zum nächsten Schritt übergehen:

Womit selbstständig machen? Die Geschäftsidee

Nachdem klar ist, warum Sie gründen wollen, steht die konkrete Geschäftsidee im Blickpunkt. Sie brauchen ein Konzept und Produkte oder Dienstleistungen, die auf dem Markt nachgefragt werden. Liefern Sie Ihren Kunden eine Geld- oder Zeitersparnis: Können Sie etwas schneller, einfacher und günstiger machen als andere Dienstleister? Dann haben Sie erste gute Voraussetzungen geschaffen. Eine Geschäftsidee zu finden, entsteht nicht durch einen Geistesblitz, sondern bedarf systematischer Gedankenarbeit.

Welche Berufe eignen sich grundsätzlich?

Sie können in sehr vielen Berufen und Branchen in die Selbstständigkeit gehen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Hausmeisterservice/Hausverwaltung
  • Gastronomie
  • Handwerk
  • Künstler
  • Pflegedienst
  • Fahrdienst
  • Mobiler Friseur
  • Mobile Fußpflege
  • Gründung im sozialen Bereich
  • Online-Business
  • Beratung, z. B. Ernährungsberater

Wenn Sie sich online selbstständig machen, können Sie beispielsweise als Virtueller Assistent arbeiten und anderen Unternehmern Tätigkeiten abnehmen, zu denen diese im stressigen Büroalltag nicht kommen, zum Beispiel: Reiseplanung, Korrespondenz oder Recherche. Wie als Künstler oder Berater haben Sie dann den Vorteil, dass Sie als Freiberufler beim Finanzamt gemeldet sind und kein Gewerbe benötigen. So fallen unter anderem Gewerbesteuern weg.

Hygienevorschriften und Standortanalyse in der Gastronomie

Anders sieht es aus, wenn Sie im Bereich Gastronomie gründen wollen. Dort benötigen Sie nicht nur einen Gewerbeschein, sondern zum Beispiel auch eine Gaststättenkonzession, um Speisen und Alkohol verkaufen zu dürfen sowie einen Gesundheitspass, um zu dokumentieren, dass Sie sich mit den Hygienevorschriften für den Umgang mit Lebensmitteln auseinandergesetzt haben. Die einzelnen Regelungen für die Genehmigungen können regional unterschiedlich sein. Informieren Sie sich deshalb bei den Behörden oder der IHK über die Gesetze, die auf die Gründung an Ihrem geplanten Standort zutreffen.

Apropos Standort: Diesen sollten Sie unbedingt gut analysieren und auswählen. Denn wie bei Immobilien spielt die Lage in der Gastronomie eine große Rolle. Und das gilt sowohl für den Fall, dass Sie von Grund auf oder als Franchise-Nehmer ein neues Restaurant eröffnen oder einen bereits existierenden Betrieb übernehmen. So muss die Größe der Gaststätte zu Ihren Plänen passen. Und auch das Umfeld und der Wettbewerb sollten stimmen. Bieten Sie gutbürgerliche Küche an, und drei weitere Betriebe tun dies in nächster Umgebung ebenfalls, haben Sie es natürlich deutlich schwerer, zahlende Gäste für sich zu gewinnen.

Meisterbrief und Arbeitsschutzkleidung im Handwerk

Auch als Handwerker müssen Sie die Voraussetzungen schaffen, um Ihren Betrieb für Ihre Selbstständigkeit anmelden zu können: Klären Sie die Frage, ob Sie einen Meisterabschluss nachweisen müssen oder ob Sie zu den zulassungsfreien Betrieben zählen. Mit dem Meisterbrief ist es möglich, sich in die sogenannte Handwerksrolle bei der Handwerkskammer einzutragen zu lassen. Wer dagegen lediglich Geselle ist, kann sich nur dann selbstständig machen, wenn er mehr als sechs Jahre in einem Handwerkerberuf und davon mindestens vier Jahre in leitender Position gearbeitet hat. Auch die Frage, ob für Sie die Pflicht besteht, sich in die zuständige Handwerkskammer aufnehmen zu lassen, ist interessant. Die Handwerkskammer dient Ihnen als Anlaufstelle und berät Sie bei Fragen rund um Ihren Beruf.

Grundsätzlich sollten Sie ebenfalls die Finanzierung klären, denn gerade als Handwerker gehen Sie oft in Vorleistung. Bevor Sie Ihren ersten Auftrag durchführen können, benötigen Sie zum Beispiel eine entsprechende Arbeitsschutz-Berufskleidung, etwa Schuhe mit rutschfester Sohle oder Jacken mit verschieden großen Taschen zum Verstauen von Schrauben und anderem Material – für das Sie im Übrigen ebenso selbst aufkommen müssen. Fragen Sie Ihre Hausbank oder die KfW Bank nach Förderungen – es gibt speziell auf Handwerker zugeschnittene Unterstützung.

Die konkrete Vorbereitung auf Ihre Existenzgründung

Sie sollten sich auf keinen Fall Hals über Kopf selbstständig machen. Wichtig ist eine gründliche Vorbereitung und dass Sie Schritt für Schritt vorgehen. Denn ansonsten kann der Schuss nach hinten losgehen, und Sie müssen Ihre Existenzgründung schneller beenden, als Ihnen lieb ist. Daher empfehlen sich folgende Schritte:

Gründungsberatung und Gründerseminare für Know-how und Netzwerk

Wenn Sie eine Orientierung und fachkundige Einschätzung brauchen, ob Ihre Geschäftsidee wirklich taugt und wie Sie beim Bankgespräch oder bei der Arbeitsagentur für den Erhalt des Gründungszuschusses überzeugen, ist es ratsam, sich Hilfe bei einem Gründungsberater zu holen. Eine gute Anlaufstelle, um Wissen aufzubauen, wenn Sie sich selbstständig machen wollen, sind auch Gründerseminare. Die Industrie- und Handelskammern bieten zum Beispiel Kurse zum Grundlagenaufbau an, bei denen Sie auch mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen und sich gleich vernetzen können.

Business-Plan: Stärken und Schwächen bewusst machen

Einen Business-Plan zu schreiben, ist grundsätzlich nicht zwingend notwendig. Eine Gründung kann durchaus auch ohne diesen erfolgreich sein. Doch insbesondere, wenn Sie Investoren, Banken oder vergleichbare Institutionen für Kredite gewinnen oder Förderungen wie den Gründungszuschuss erhalten wollen, macht es tatsächlich Sinn, einen Business-Plan anzufertigen.

Darin legen Sie Ihr Geschäftsvorhaben ausführlich fest, analysieren Markt, Zielgruppe und Konkurrenz, skizzieren Ihre Stärken und Schwächen und erläutern, über welche Kanäle Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung verkaufen möchten. Ebenso sollten Sie sich nun auch über Ihre Rechtsform im Klaren sein und darüber, ob Sie Büro- und Produktionsräume für Ihre Zwecke anmieten möchten.

Kosten, Förderung vom Staat, Zuschuss vom Arbeitsamt

Die schlechte Nachricht zuerst: Wer sich selbstständig macht, hat erst einmal Kosten. Bevor Sie Ihre ersten Einnahmen vorweisen können, benötigen Sie eine Geschäftsausstattung. Diese kann in ihrem Umfang variieren: von der Website mit Logo, Visitenkarten und Briefpapier bis hin zur Einrichtung des eigenen Büros oder Geschäfts und dem Kauf von Maschinen, Werkzeug und Anlagen. Und jetzt die gute Nachricht: Sie können in den Genuss von Förderungen und Zuschüssen kommen. Welche das sind, hängt von Ihrem Status quo ab, den wir Ihnen folgend erläutern.

Ihre Ausgangsposition beim Start in die Selbstständigkeit

Wenn Sie hauptberuflich gründen und in eine Existenzberatung investieren, erhalten Sie je nach Bundesland Beratungsgutscheine, die einen großen Teil Ihrer Kosten bezuschussen. Schauen Sie auf foerderdatenbank.de nach, welches Programm für Sie in Frage kommt. Wichtig: Bevor Sie die Beratung in Anspruch nehmen, klären Sie, ob Ihr Berater in der Datenbank der KfW Bank gelistet ist und stellen Sie VOR dem Start der Beratung einen Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln. Nur dann wird man Ihnen diesen Zuschuss genehmigen.

Sollten Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen, haben Sie die Chance auf den Gründungszuschuss. Diesen zahlt die zuständige Agentur für Arbeit für ein halbes Jahr in Höhe Ihres bisherigen ALG I aus. Im Anschluss ist eine Unterstützung für weitere neun Monate in Höhe von 300 Euro möglich.

Oder Sie machen sich zusätzlich zu Ihrem Hauptjob nebenberuflich selbstständig. Das können Sie übrigens auch, wenn Sie arbeitslos sind. Dann sind Ihnen bis zu 15 Stunden nebenberufliches Arbeiten pro Woche gestattet.

Wenn Sie Hartz IV beziehen, also Arbeitslosengeld II, können Sie bis zu 24 Monate das sogenannte Einstiegsgeld erhalten. Und wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen, weil Sie sich ohne Eigenkapital selbstständig machen wollen, gibt es für Sie den KfW Bank ERP Gründerkredit.

Selbstständig machen in der Kurz-Zusammenfassung

Wir rekapitulieren: Reflektieren Sie zum einen ganz genau, warum und womit Sie sich selbstständig machen möchten: Was genau können Sie besonders gut, wofür schlägt Ihr Herz, wo können Sie der Gesellschaft einen klaren Mehrwert bieten? Und zum anderen: Wie lässt sich Ihr Vorhaben mit vorhandenen Mitteln in ein tragfähiges Konzept umwandeln, mit dem Sie langfristig erfolgreich am Markt agieren und bestehen können? Diese Antworten sind für Ihr Geschäft das Fundament, auf dem später alles aufbaut. Deshalb: Überstürzen Sie hier nichts.

Schauen Sie dann, welche bürokratischen Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um in Ihrem speziellen Beruf gründen zu können. Für eine kompetente Begleitung und Orientierung empfiehlt es sich, externe Unterstützung in Form eines Unternehmensberaters hinzuziehen und gezielt Gründerseminare aufzusuchen. Und um finanziell einen guten Start hinzulegen und die Kosten, die bei einer Selbstständigkeit anfallen, kompensieren zu können, stehen diverse Fördermittel bereit. Mit der Anfertigung eines guten Business-Plans erhöhen Sie Ihre Chancen, diese Förderungen auch zu erhalten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Gründen und einen gelungenen Start in die Selbstständigkeit!

 

Autor_in: Daniel Held

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