Wie Sie neue Investitionen und Geschäftsideen umsetzen

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Ohne Finanzplanung werden Sie Geschäftsideen nicht erfolgreich umsetzen können. Sie ist das A und O des wirtschaftlichen Erfolgs Ihrer GmbH.

Hinter vielen Investitionen stehen gute Geschäftsideen. Aber haben Sie sich als GmbH-Geschäftsführer eigentlich einmal ehrlich gefragt, ob Ihre (geplante) Geschäftsidee wirklich zukunftsfähig ist und die gewünschten Erträge bringen wird?

So prüfen Sie, ob Sie Ihre neue Geschäftsidee wirklich gut durchdacht haben

Diesen Check sollten Sie machen, bevor Sie Verhandlungen mit Ihrer Hausbank über einen Kredit angehen. Die folgende Übersicht hilft Ihnen dabei:

  • Passt die Idee zur Branchenentwicklung?
  • Haben Sie tatsächlich eine Marktnische gefunden?
  • Kennen Sie Ihre potenziellen Kunden?
  • Gibt es für Ihre Idee genügend Käufer am Markt?
  • Kennen Sie Ihren Vorsprung vor der Konkurrenz?
  • Wissen Sie, wie Sie Vertrieb und Marketing gestalten?
  • Kennen Sie die rechtlichen und kaufmännischen Grundlagen Ihres geplanten Vorhabens?
  • Kennen Sie die notwendigen Ressourcen an Zeit, Geld und Know-how?

Beantworten Sie diese Fragen wirklich ehrlich. Nur der echte Blick in den Spiegel zeigt Ihnen, ob Sie mit der neuen Geschäftsidee oder den Investitionen wirklich erfolgreich sein werden. Im Übrigen ist dies auch ein guter Test für Ihr Bankgespräch. Spätestens dort werden Sie sich solchen Fragen stellen und schlüssige Antworten parat haben müssen.

 

Stellen Sie die geplanten Investitionen für Ihre Geschäftsideen auf den Prüfstand

So manch eine Geschäftsidee oder Investition ist gescheitert, weil vorab nicht genau geprüft wurde, ob sich diese Investition tatsächlich betriebswirtschaftlich rechnet. Hier nutzt es nichts, wenn Sie auf das Prinzip „Es wird schon gut gehen“ setzen, sondern Sie müssen die nüchternen Zahlen prüfen. Nur so erhalten Sie einen echten Überblick, ob Ihr finanzielles Risiko tatsächlich angemessen ist.

Grundsätzlich gilt: Eine Investition ist für Sie immer dann vorteilhaft, wenn die Summe der erwarteten (zusätzlichen) Einnahmen/ Einsparungen die Summe der voraussichtlichen Gesamtkosten übertrifft.

Achtung: Die Ausgaben und Einnahmen im Zusammenhang mit Investitionen finden in der Regel zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlicher Höhe statt. Ein Großteil fällt zudem erst in der Zukunft an.

Deshalb können Sie für einen sinnvollen Vergleich nicht einfach die jährlichen Salden aus Einnahmen/Einsparungen und Kosten addieren. Das würde zu einem verzerrten Bild und möglicherweise zu Fehlinvestitionen führen, die Ihre GmbH viel Geld kosten können. Machen Sie diese Aufstellung für 3 Jahre im Voraus, um ein wirklich realistisches Bild zu erhalten. Sie sollten mit Ihrer Wachstumsinvestition einen Gewinn erzielen können. Die Rentabilität, also das Verhältnis von Aufwendungen zu Umsatz, sollte sich nicht verschlechtern.

 

Setzen Sie auf eine saubere Finanzplanung als effektives Controlling-Instrument

Eine saubere Finanzplanung ist ein zentraler und unerlässlicher Bestandteil Ihres Geschäftsplans. Mit Ihren Zahlen sammeln Sie Argumente gegenüber Kreditgebern, Kapitalgebern und Lieferanten.

Darüber hinaus bietet Ihnen eine saubere Finanzplanung ein Planungs- und Controlling- Instrument für Sie als GmbH-Chef, auf das Sie jederzeit zurückgreifen können. Denn eine realistische, auf betriebswirtschaftlichen Daten aufgebaute Planungsrechnung gibt Ihnen Sicherheit vor Investitionsentscheidungen und bildet die Basis für künftige Soll-/Ist-Vergleiche.

Ihre Planungsrechnung ist die Grundlage Ihrer Finanzplanung, mit der Sie sich und der GmbH Ziele setzen, die erreicht werden sollen. Planungsrechnungen sind somit ein zentrales Mittel und Instrument der Zielkontrolle.

Und vergessen Sie nicht: Ihre Kapitalgeber werden Ihre Planzahlen turnusmäßig kontrollieren und prüfen, ob Ihr Finanzplan realistisch und tragfähig ist.

 

Geschäftsideen umsetzen: Wie Sie sich auf das Rating der Kreditgeber optimal vorbereiten

Bei allen Investitionen Ihrer GmbH stellt sich für Sie als GmbH-Chef die Frage des Kapitalbedarfs.

Egal, ob es um neue Maschinen, Geschäftsausstattungen, Büros oder Ähnliches geht: Das liebe Geld spielt eine ganz zentrale Rolle. Und damit ist die Bank oder Sparkasse als Kreditgeber fast immer mit am Tisch.

Heutzutage spielt dabei das Rating eine ganz entscheidende Rolle, bevor es zu einer Kreditvergabe kommt. Umso entscheidender ist, dass Sie den laufenden und zukünftigen Kapitalbedarf der GmbH im Blick haben und ggf. gegenüber Kapitalgebern erläutern und darlegen können.

 

Deshalb sollten Sie im 1. Schritt Ihre bestehende Finanzstruktur kritisch unter die Lupe nehmen und analysieren, ob Sie in der Vergangenheit richtig finanziert haben. Die klassischen Finanzierungsregeln dienen Ihnen dabei als Orientierung, um eine saubere Finanzstruktur Ihrer GmbH zu gestalten und für geplante Investitionen die richtigen Finanzierungsmodule auszuwählen. Es geht also darum, gegenüberzustellen, welche Finanzmittel (Mittelherkunft) für bestimmte Investitionen (Mittelverwendung) eingesetzt werden können und welche besser nicht.

Auch bei der Kreditprüfung der Banken ist die Einhaltung der Finanzierungsgrundsätze ein wichtiges Kriterium im Rahmen der Bilanzanalyse. Halten Sie die Regeln nicht ein, kassieren Sie gleich Minuspunkte beim Kreditrating.

Nehmen Sie Ihre GmbH kritisch unter die Lupe und stellen Sie sich folgende 2 Fragen:

  1. In welchen Bereichen steht die GmbH wirklich gut da?
  2. In welchen Bereichen sieht es weniger gut aus?

 

Prüfen Sie, wie es um die Liquidität Ihrer GmbH bestellt ist

Jeder Kreditgeber wird Sie als GmbH-Geschäftsführer fragen, wie liquide Ihre GmbH eigentlich ist. Mit Hilfe einer aktuellen Liquiditätsvorschau haben Sie als GmbH-Chef den aktuellen Überblick.

Darin halten Sie Ihre geplanten und zu erwartenden monatlichen Einnahmen und Ausgaben fest. Ergibt sich ein Fehlbetrag (Unterdeckung), sollten Sie schnell dafür sorgen, dass „Geld in die Kasse fließt“.

 

Geschäftsideen umsetzen: So erhöhen Sie das Eigenkapital Ihrer GmbH

Je besser Ihre Eigenkapitalausstattung, desto größer sind Ihre Chancen, das Geld für erforderliche Investitionen auch tatsächlich zu erhalten

Es gilt der Grundsatz: Je höher die Eigenkapitalquote und je höher somit die Leistungsfähigkeit Ihrer GmbH ist, umso widerstandsfähiger ist Ihre GmbH in Krisenzeiten. Allgemein wird erwartet, dass das bilanzielle Eigenkapital 20 bis 30 % des Gesamtkapitals nicht unterschreitet.

Sollte Ihre GmbH den Zielwert von 20 bis 30 % des Gesamtkapitals noch nicht erreicht haben, sollten Sie prüfen, ob Sie das Eigenkapital aufstocken können.

 

Erhöhen Sie das Stammkapital der GmbH

Das ist der 1. und naheliegendste Weg zur Verbesserung der Eigenkapitalquote. Erhöhen Sie als bisheriger Gesellschafter das Eigenkapital mit zusätzlichen Einlagen oder nehmen Sie neue Gesellschafter in Ihre GmbH auf.

 

Fordern Sie ausstehende Einlagen ein

Nicht alle Gesellschafter nehmen es mit der Einzahlung ihrer Einlagen so genau. Fordern Sie von den Gesellschaftern eventuell ausstehende Einlagen auf das Stammkapital ein.

 

Nehmen Sie ein Gesellschafterdarlehen auf

Sie müssen nicht zu fremden Geldgebern gehen, um Ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Nutzen Sie die Möglichkeit eines Gesellschafterdarlehens. Aber Vorsicht! Darlehen der Gesellschafter haben nur dann Eigenkapitalcharakter, wenn sie mit einer Kapitalbelassungs- oder Rangrücktrittserklärung abgegeben werden.

 

Nehmen Sie mezzanines Kapital auf

Nehmen Sie anstelle von Darlehen mezzanines Kapital (Nachrangkapital) auf, wenn Sie das Eigenkapital nicht in erforderlicher Höhe dotieren können. Mezzanine-Kapital verbindet die Charakteristika von Fremd- und Eigenkapital. Je nach Ausgestaltungsform ist es bilanziell näher dem Eigenkapital oder dem Fremdkapital zuzuordnen.

 

Thesaurieren Sie Ihre Gewinne

Haben Sie ein erfolgreiches Geschäftsjahr mit der GmbH erlebt, sollten Sie auf Gewinnausschüttungen verzichten. Stattdessen können Sie so Rücklagen (Gewinnvorträge) aufbauen und damit das Eigenkapital nachhaltig stärken.

 

Reduzieren Sie Vermögen

Durch Bilanzverkürzungen erhöht sich automatisch die Eigenkapitalquote. Überprüfen Sie daher das Anlage- und Umlaufvermögen Ihrer GmbH auf dessen betriebliche Notwendigkeit. Wenn Sie Vermögen verkaufen und mit dem Erlös Schulden tilgen, sinkt der Anteil des Fremdkapitals an der Bilanzsumme, und die Eigenkapitalquote steigt.

 

Realisieren Sie stille Reserven

Prüfen Sie, ob Sie Vermögenswerte zu einem höheren Preis als dem Buchwert verkaufen können. Der Mehrerlös – abzüglich eventueller Steuern auf den Buchgewinn – fließt der GmbH als freie Liquidität zu und wirkt sich Eigenkapital erhöhend aus.

 

Erhöhen Sie die Deckungsbeiträge

Eine stabile Ertragslage ist die Grundlage für eine bessere Kapitalausstattung. Kredit bekommen Sie auch nur mit guten Zahlen. Nehmen Sie nur rentable Aufträge an. Überprüfen Sie mindestens 1-mal jährlich Ihre Kalkulationsgrundlagen und stellen Sie die Kostenbudgets Ihrer GmbH auf den Prüfstand.

 

 

Autor_in: Redaktionsteam „selbststaendig.com“

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