Abschreibung: So setzen Sie als Geschäftsführer mobile Geräte richtig ab

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Smartphones, Tablets, Notebooks sind ganz schön teuer. Um es sofort abzusetzen, darf das schicke Gerät bis zu 410 € kosten, aber es gibt Tricks.

Smartphone, Tablet und Notebook. Ohne diese „Mobil Devices“ können Sie als GmbH-Geschäftsführer Ihren Job nicht mehr machen. Doch die neuesten Geräte sind ganz schön teuer. 600 € und mehr für ein modernes Mobiltelefon sind keine Seltenheit. Und das neue iPhone, das Apple zum 10-jährigen Firmenjubiläum in den Markt bringt, wird wohl noch teurer. Von Tablets und Notebooks ganz zu schweigen. Der Haken: Um es sofort abzusetzen, darf das schicke Gerät maximal 410 € kosten. Das heißt aber nicht, dass das Finanzamt nicht auch die Kosten für teurere Smartphones, Tablets und Notebooks anerkennt.

Kleiner Trick bei der Abschreibung: Das sollten Sie zuerst abziehen

Beispiel: Ihr neues Smartphone hat laut Rechnung 439 € gekostet. Dabei beträgt die Grenze für die sofortige Abschreibung im Jahr der Anschaffung doch nur 410 €. Keine Sorge. Ziehen Sie erst mal die 19 % Mehrwertsteuer für das Gerät ab. Für die steuerliche Absetzbarkeit zählt nämlich einzig und allein der Nettopreis. Liegt der Nettopreis aber immer noch über 410 €, wird das Smartphone, Tablet oder Notebook einfach über 3 Jahre verteilt abgeschrieben.

Wichtig: Im Jahr der Anschaffung erkennt das Finanzamt die Abschreibung aber nur für die Monate ab Kauf des Gerätes an. Der Rest kann dann im 4. Jahr abgeschrieben werden.

So zahlt das Finanzamt Ihr neues Smartphone

Beispiel: Ihr neues Smartphone kostet 800 € plus 152 € Mehrwertsteuer. Das Gerät kaufen Sie im Juli 2017. Weil das neue Mobiltelefon mehr als 410 € netto gekostet hat und die Anschaffung unterjährig erfolgte, wird es über 4 Jahre vom Gewinn der GmbH abgezogen. Teure Smartphones sind beliebt. Nicht nur unter Geschäftsführern. Deshalb werden sie auch so häufig geklaut. Bei Ihrem Diensthandy trifft es die GmbH aber nicht so hart, wenn wieder einmal ein Langfinger zugeschlagen hat. Zum Glück gibt’s den Fiskus. Beispiel: Endlich Urlaub. Und dann das: Kaum in Spanien gelandet, ist Ihr neues Smartphone weg. Einfach geklaut.

Folge: In diesen Fällen zeigt sich Ihr Finanzamt großzügig. Wird Ihnen als GmbH-Geschäftsführer das Diensthandy gestohlen, dürfen Sie den Rest des Kaufpreises sofort im aktuellen Jahr abschreiben.

Das gilt übrigens nicht nur bei einem Diebstahl, sondern auch dann, wenn Ihnen als GmbH-Geschäftsführer das dienstliche Smartphone, Tablet oder Notebook hinfällt und beschädigt ist. Kann das Gerät nicht mehr repariert werden, dürfen Sie es ebenfalls noch in diesem Jahr komplett vom Gewinn der GmbH abziehen.

GmbH-Handy steuerfrei nutzen: Keine Abschreibung nötig

Die private Nutzung Ihres Diensthandys ist übrigens steuerfrei (§ 3 Nr. 45 Einkommensteuergesetz (EStG). Dazu muss das Handy aber unbedingt im Eigentum der GmbH bleiben. Am besten regeln Sie das als Geschäftsführer vertraglich, in dem Sie z. B. schriftlich festhalten, dass Ihr Diensthandy bei Verlust oder Beschädigung von der GmbH ersetzt oder bei Bedarf auf ihre Kosten repariert wird. Überlasst die GmbH Ihnen als Geschäftsführer ein Tablet oder ein Notebook gilt die Steuerfreiheit auch für die Nutzung der darauf installierten Software. Die Steuerfreiheit gilt übrigens auch dann, wenn die private Nutzung von mobilen Geräten zusätzlich zur Vergütung zu Verfügung gestellt wird. Das heißt: Handy, Tablet oder Notebook – das alles gibt es für Sie als Geschäftsführer steuerfrei „on top“.

Übersicht: Wie Sie die Abschreibung richtig vornehmen

 

Autor_in: Redaktionsteam „selbststaendig.com“

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