Einkommensteuer-Vorauszahlung: Diese Checkliste ist viel Geld für Sie wert

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Mit unserer Checkliste stellen Sie sicher, dass der Fiskus bei der Einkommensteuer-Vorauszahlung Ihrer Firma nicht allzu „herzhaft“ zulangt.

Wer kennt es nicht? In Riesenschritten naht das Jahresende heran. Höchste Zeit für den Kassensturz. Denn Ihr Gewinn 2018 beeinflusst nicht nur mögliche Steuer-Nachzahlungen. Er hat auch einen maßgeblichen Einfluss auf Ihre zukünftigen Steuervorauszahlungen.

Denn diese legt der Fiskus in der Regel immer anhand der Zahlen aus dem letzten Jahres- Einkommensteuerbescheid fest. Mit der folgenden Checkliste stellen Sie sicher, dass der Fiskus bei Ihnen hierbei nicht „herzhaft“ zulangt und mehr Geld in Ihrem Unternehmen bleibt – in der am Ende folgenden Beispielrechnung sage und schreibe fast 14.000 €.

Diese Einkommensteuer-Checkliste ist bis zu 14.000 € für Sie wert

Der Trick besteht aus zwei Komponenten: Zum einen, darin, dass Sie Ausgaben, die vielleicht erst für 2019 geplant sind, geschickt vorziehen. Zum anderen, indem Sie Einnahmen, die 2018 noch anstehen, ins Jahr 2019 verschieben. Beide Maßnahmen haben einen unmittelbaren Einfluss auf Ihren Gewinn 2018 – und damit auf die Fragen: „Muss ich nach Abgabe meiner Steuererklärung 2018 im Jahr 2019 mit Nachzahlungen rechnen?“ und „Wird das Finanzamt meine Vorauszahlungen nach oben hin anpassen?“. Dass diese Fragen nicht ohne sind, macht ein Beispiel deutlich:

Angenommen, Sie geben Ihre Steuererklärung 2018 am 15.5.2019 ab. Im Oktober 2019 schickt Ihnen das Finanzamt zwei Bescheide: zum einen den Einkommensteuerbescheid für 2018, in dem Sie aufgefordert werden, 12.000 € nachzuzahlen. Gleichzeitig setzt es für 2019 – auch rückwirkend – die quartalsweisen Vorauszahlungen hoch. Da Sie im Oktober 2019 bereits für drei Quartale Einkommensteuer vorausgezahlt haben, fordert es per sofort 12.000 € / 4 x 3 = 9.000 € plus die Nachzahlung von 12.000 € aus dem Jahr 2018 von Ihnen.

Folge: Es will auf einen Schlag 21.000 € minus der schon geleisteten drei Quartalszahlungen von Ihnen haben. Und als wäre das nicht schon genug: Sie erhalten im Beispiel den Steuerbescheid und den korrigierten Vorauszahlungs-Bescheid im Oktober. Im Dezember wird schon die nächste Vorauszahlung fällig – ebenfalls um plus 3.000 € nach oben angepasst. Und dasselbe Spiel passiert bei der Gewerbesteuer, sofern Sie gewerbesteuerpflichtig sind.

Sie sehen: Es ergibt durchaus Sinn, jetzt zu prüfen, ob Ihr Gewinn 2018 voraussichtlich höher ausfallen wird als 2017, um dann im zweiten Schritt zu prüfen, welche der folgenden Maßnahmen für Sie sinnvoll sind, um die Steuerlast mit all den oben genannten Folgen doch noch zu senken. Deshalb unserer dringende Empfehlung:

  1. Zahlen 2018 prüfen und in Vergleich zu den Zahlen 2017 setzen
  2. Prüfen, welche der folgenden Maßnahmen für Sie infrage kommen
  3. Umsetzen!

Lohnt sich das Ganze bei der Einkommensteuer-Vorauszahlung?

Aber ja. Das folgende Beispiel zeigt es:

Der Selbstständige Peter Werner hat im Vergleich zum Vorjahr (2017) im Jahr 2018 voraussichtlich 40.000 € mehr Gewinn. Da er einem persönlichen Steuersatz von 35 % unterliegt, der durch den höheren Gewinn zudem auf 37 % steigen würde, müsste er, sobald der Steuerbescheid 2018 da ist, 14.800 € nachzahlen.

Also macht er Folgendes:

Rechnungen über 25.000 € aus den Monaten Oktober, November und Dezember 2018 schreibt er erst im Januar 2019. Er richtet sich im Keller ein Lager ein und „vermietet“ es für 80 € im Monat an seine Firma. Dadurch kann er 960 € geltend machen. Er prüft seine Reisekosten und stellt fest, dass er insgesamt 12-mal die Pauschalen nicht abgerechnet hat. Insgesamt acht Einzeltage über acht Stunden Abwesenheit und vier dreitägige Reisen. Zum Flug füllt er für sich die entsprechenden Reisekostenformulare aus und kann 288 € geltend machen. Zudem plant Peter Werner für den Frühling 2019 die Anschaffung eines neuen Transporters. Aufgrund der Dieselabwrackprämie bekommt er ein sehr gutes Angebot, wenn er noch 2018 zuschlägt.

Das tut er: Er leistet eine Leasingsonderzahlung von 8.000 € auf den Leasingvertrag des 35.000 € teuren Lieferwagens. Zudem zieht er das Leasing der Stanzmaschine vor, von deren Einsatz er sich neue Kunden erhofft. Seine Leasing-Sonderzahlung: 2.500 €.

So senken Sie Die Vorauszahlung für Ihre Einkommensteuer

Da Peter Werner vorhatte, im kommenden Jahr den schäbig gewordenen Besprechungsraum neu zu bestuhlen, kauft er sechs neue Stühle zum Preis von je 390 €. Macht 2.340 €. Sich selbst gönnt er einen rückenfreundlichen Bürostuhl für 380 €. Insgesamt also 2.720 €.

Außerdem rechnet er nach: Er verbraucht im Jahr für rund 400 € Papier und für 650 € Toner. Die Hälfte des Bedarfs bestellt er jetzt schon – und handelt auch noch einen kleinen Rabatt für sich aus. 480 € zahlt er noch im Dezember.

Dann rechnet er nach: Insgesamt wird damit sein Gewinn um 39.948 € sinken. Die Nachzahlung ist vom Tisch!

 

Autor_in: Redaktionsteam „selbststaendig.com“

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