Gewerbesteuer: Information und Berechnung für Selbstständige

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Die Gewerbesteuer trifft außer bei Freiberuflern die Unternehmen jeder Größe und kommt der Gemeinde, in der das Unternehmen ansässig ist, zugute. Die Höhe der Steuerlast wird durch den Gewerbeertrag bestimmt und errechnet sich aus der Berücksichtigung von Hebesatz, Freibetrag und der bundeseinheitlichen Steuermesszahl.

Als Unternehmer ist Ihr wirtschaftlicher Alltag nicht nur von geschäftlichen Ideen und Prozessen geprägt, sondern auch durch umfangreiche Pflichten gegenüber den Steuer- und Finanzbehörden. Dazu gehört nach dem Willen des Gesetzgebers auch die Gewerbesteuer. Sie ist eine kommunale Steuer und muss von jedem Gewerbetreibenden gezahlt werden.
In Deutschland entfallen rund 7 Prozent der gesamten Steuereinnahmen auf die Gewerbesteuer: Damit generiert sie auch im volkswirtschaftlichen Kontext große Summen und ist insbesondere für die Gemeinden eine wichtige Einnahmequelle.

 

Die Gewerbesteuer trifft Gewerbebetriebe jeder Größenordnung

Wenn Sie ein Gewerbe betreiben, dann sind Sie regelmäßig auch zur Abgabe der Gewerbesteuer verpflichtet. Die Gewerbesteuer ist durch das Gewerbesteuergesetz (kurz: GewStG) normiert und erhebt Abgaben auf die objektive Ertragskraft von Gewerbebetrieben. Das bedeutet in der Praxis: Je höher der Gewinn aus Ihrem Gewerbebetrieb, desto höher die Gewerbesteuer.

Hintergrund der Gewerbesteuer ist der Umstand, dass Sie mit einem Unternehmen in Ihrer Gemeinde nicht nur für Vorteile sorgen, sondern auch Belastungen für die Infrastruktur verursachen. Diese sollen durch die Gewerbesteuer finanziell abgegolten werden – daher ist die Gewerbesteuer auch kommunaler Natur und für die Gemeinden und deren Haushaltsplanung von übergeordneter Bedeutung. Abhängig von der jeweiligen Kommune variiert der Gewerbesteuersatz (auch als Hebesatz bezeichnet) deutlich und spielt daher auch bei der Standortwahl für ein Unternehmen eine große Rolle.

 

Berechnung der Gewerbesteuer

Zur korrekten Berechnung der Gewerbesteuer wird der Gewerbeertrag, den Sie mit Ihrem Unternehmen einnehmen, zugrunde gelegt. Natürlichen Personen und Personengesellschaften steht gem. § 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG dabei ein Freibetrag von 24.500 € zu. Damit sind diese praktisch im Vorteil gegenüber den Kapitalgesellschaften wie die GmbH, die Aktiengesellschaft (AG) oder die Unternehmergesellschaft (UG).
Der Gewerbeertrag wird vor der Anwendung des jeweiligen Hebesatzes der Gemeinde bundeseinheitlich gem. § 11 Abs. 2 GewStG mit der Steuermesszahl 3,5 % multipliziert. Diese stellt eine Rechengröße zur Berechnung von Realsteuern wie Gewerbe- und Grundstücksteuer dar.

Wichtig für Sie als Unternehmer: Von der Gewerbesteuer ausgenommen sind Freiberufler. Diese finden in § 18 Einkommenssteuergesetz eine genauere Bestimmung. Klassische freie Berufe sind zum Beispiel:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte
  • Heilpraktiker
  • Krankengymnasten und Physiotherapeuten
  • Hebammen
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer
  • Architekten und Ingenieure
  • Journalisten, Autoren, Dolmetscher und Schriftsteller
  • Wissenschaftler und Künstler.

Für alle Unternehmer gilt: Ein gesetzlicher Freibetrag sorgt dafür, dass die Gewerbesteuer für Ihr Unternehmen erst dann fällig wird, wenn Sie über einen Gewerbeertrag verfügen, der über einen Betrag von 24.500 € pro Jahr hinausgeht. Bei einem Gewerbeertrag unterhalb dieses Betrages ist eine Besteuerung nicht einschlägig.

 

Die Gewerbesteuer wird per Vorauszahlung abgeführt

Die Gemeinde bzw. Stadt, in der Ihr Unternehmen ansässig ist, erhebt die Gewerbesteuer in der Regel in Form von vierteljährlichen Vorauszahlungen. Die Höhe der Vorauszahlungen entspricht einem Viertel der Steuerlast, die sich durch die Veranlagung ergibt.

Berechnungsbeispiel für die Gewerbesteuer:

  • Gewinn eines Einzelunternehmers: 100.000 Euro
  • Freibetrag: 24.500 Euro
  • Gewerbeertrag: 75.500 Euro
  • Steuermesszahl von 3,5 %: 2.642,50 Euro
  • Hebesatz der Gemeinde (zum Beispiel 475 % für die Stadt Köln): 12.551,88 Euro.

Damit ergibt sich im Berechnungsbeispiel eine jährliche Steuerlast von 12.551,88 Euro. Bei Kapitalgesellschaften besteht der Freibetrag nicht: Hier fällt die Gewerbesteuer daher deutlich höher aus.

Wichtig zu wissen: Die Erhebung der Gewerbesteuer erweist sich im Geschäftsalltag nur dann als Belastung, wenn der Hebesatz über eine Höhe von 380 % hinausgeht. Dies liegt vor allem an der Anrechenbarkeit der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer: Faktisch nimmt die Abführung der Gewerbesteuer damit aus finanzieller Hinsicht nur einen sekundären Posten ein.

 

Autor_in: Susanne Khammar

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