Tipps und Informationen rund um den Firmenname Ihres Unternehmens

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Wer sich selbstständig macht, der steht recht schnell vor der Frage nach dem passenden Firmennamen: Er ist zum einen davon abhängig, in welcher Rechtsform Ihr Unternehmen geführt wird – aber auch davon, wie Sie als Unternehmer nach außen hin im Wirtschafts- und Rechtsverkehr auftreten möchten. Der Firmenname eines Kaufmanns wird in § 17 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (kurz: HGB) definiert als der Name, unter dem der Kaufmann im Rechtsverkehr auftritt und seine Unterschrift bzw. Unterschriften leisten.

Wichtig zu wissen: Eine „Firma“ hat nach dem Willen des Gesetzgebers tatsächlich nur ein Kaufmann (§§ 1ff. HGB). Eine Unternehmensbezeichnung haben natürlich aber auch andere im Geschäftsbereich tätige Personen.

Was Sie bei der Wahl des Firmennamens beachten sollten und welche Rolle die Rechtsform dabei spielt, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

 

Allgemeine Informationen zum Firmennamen: Das gilt es zu beachten!

 

Bei der Wahl des Firmennamens für Ihr Unternehmen müssen Sie einige grundlegende Voraussetzungen erfüllen, um rechtsgültig mit dem gewünschten Firmennamen nach außen auftreten zu können und um damit Rechtsgeschäfte abschließen zu können.

  1. Der Firmenname muss zur Kennzeichnung Ihres Unternehmens geeignet sein: Das bedeutet zum Beispiel, dass reine Gattungsnamen nicht ausreichend sind – eine „Gemüse GmbH“ oder eine „Auto AG“ sind keine ausreichenden Bezeichnungen und müssen daher ergänzt werden („Gemüse Schulz GmbH“ oder „Auto Schmitz AG“).

 

Achtung: Im Firmennamen dürfen keine Angaben enthalten sein, die nach außen hin über die geschäftlichen Verhältnisse des Unternehmens täuschen – das betrifft insbesondere Namensgeber, die gar nicht an dem Unternehmen beteiligt sind (und auch nie waren).

 

  1. Der Firmenname muss geeignet sein, um eine ausreichende Unterscheidungskraft zu entfalten: Das bedeutet, dass Sie bei der Wahl ähnliche oder gleiche Firmennamen vermeiden müssen, die bereits in Ihrem Bezirk im wirtschaftlichen Miteinander vertreten sind.

Unternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind – zum Beispiel Freiberufler, Einzelunternehmer oder die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (kurz: GbR) – sind bei der Wahl des Firmennamens gehalten, dabei den Familiennamen und mindestens einen ausgeschriebenen Vornamen zu führen. Eine Abkürzung des Vornamens ist dabei nicht zulässig.

 

Der Firmenname von Einzelunternehmen

Als Einzelunternehmer starten Sie ohne Partner in die Selbstständigkeit: Dadurch fällt jegliche Beteiligung durch natürliche oder juristische Personen weg. Der Firmenname besteht dementsprechend aus dem Vor- und Zunamen des Einzelunternehmers: Zusätze sind dabei erlaubt, jedoch nur als Ergänzung zum vollen Vor- und Zunamen.

Eine Ausnahme von diesem Grundsatz gilt für den Firmennamen eines im Handelsregister eingetragenen Kaufmanns (s.o.): Dieser hat die Wahl zwischen

  • seinem persönlichen Namen als Firmenname,
  • dem Gegenstand des Einzelunternehmens als Firmenname,
  • einer Mischform aus persönlichem Namen und Gegenstand des Einzelunternehmens als Firmenname oder
  • einem Fantasienamen als Firmenname.

 

Der Firmenname von Personen- und Kapitalgesellschaften

Personen- und Kapitalgesellschaften treten in den meisten Fällen in den folgenden Rechtsformen auf:

  • Offene Handelsgesellschaft (OHG),
  • Kommanditgesellschaft (KG),
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH),
  • Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt) und
  • Aktiengesellschaft (AG).

Gesellschaften entstehen dann, wenn sich mindestens zwei Beteiligte zusammenschließen. Auch für sie entfalten die genannten Grundsätze verbindliche Wirkung – mit einer Besonderheit: Personengesellschaften besitzen gem. § 6 Abs. I HGB als Formkaufleute die Kaufmannseigenschaft und sind damit berechtigt, auch eine reine Fantasiebezeichnung als Firmenname zu führen.

Praxistipp: Das Zeitalter der Digitalisierung hat auch bei der Wahl des Firmennamens großen Einfluss gewonnen. Unternehmen haben großes Interesse daran, dass der eigene Webseitenauftritt durch User gut angenommen und leicht aufgefunden wird (insbesondere über Suchmaschinen). Komplizierte und abwegige Firmennamen oder Geschäftsbezeichnungen haben sich dabei in der Vergangenheit als suboptimal erwiesen.

 

 

Autor_in: Susanne Khammar

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