Förderungsmöglichkeiten für Existenzgründer: Diese Programme helfen Ihnen beim Start in die Selbstständigkeit!

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Der Start in die Selbstständigkeit scheitert häufig an scheinbaren Kleinigkeiten – und an fehlenden finanziellen Rücklagen. Trotz guter Geschäftsidee bleibt dann von der beruflichen Perspektive nicht mehr viel übrig. Damit Sie auch langfristig als Existenzgründer auf der Erfolgsspur bleiben, lohnt sich ein Blick in die vielen Förderprogramme, die Ihnen als Gründer zur Verfügung stehen!

Existenzgründung ist das Hauptthema für diejenigen, die nach Alternativen zur beruflichen Betätigung als Arbeitnehmer suchen – aber auch für diejenigen, die zum Beispiel nach einer Arbeitslosigkeit wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen. Dabei stellt der Start in die die Selbstständigkeit auch die Möglichkeit dar, eine eigene Geschäftsidee gewinnbringend auf den Markt zu bringen oder um ein bereits existierendes Unternehmen zu übernehmen.

Wer sich wirtschaftlich betätigen möchte, der benötigt neben der guten Grundidee auch Startkapital in ausreichender Höhe: Da das in der Regel nicht automatisch vorhanden ist, sind zum einen klassische Kredite eine Option, zusätzliche Gelder zu generieren.

Der Nachteil: Banken verlangen häufig hohe Sicherheiten, wenn es darum geht, Wirtschaftskredite zuzusagen. Diese Sicherheiten fehlen den meisten Existenzgründern, sodass ein klassischer Kredit damit schon im Vorfeld ausscheidet.

Der Traum von der eigenen Firma rückt mit fehlendem Startkapital fast zwangsläufig in weite Ferne – es sei denn, Sie nutzen Förderungsmöglichkeiten, die sowohl von privaten Investoren als auch von staatlicher Seite angeboten werden, um Existenzgründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

 

Arten der Förderungsmöglichkeiten für die Existenzgründung

Die gute Nachricht gleich vorab: Bundesweit stehen von staatlicher Seite mehrere tausend Programme zur Verfügung, die Ihnen bei der Förderung der Existenzgründung helfen können. Diese sind zwar zum Teil nur auf bestimmte Regionen bzw. Bundesländer beschränkt – aber auch von den Programmen auf Bundes- bzw. Europaebene können Gründer bei durchdachter Planung optimal profitieren.

Die Programme selbst unterscheiden sich primär durch die Pflicht zur Rückzahlung der Fördermittel: Viele Förderungsmöglichkeiten sehen eine Unterstützung vor, die anschließend wieder an die ausgebende Förderstelle zurückgezahlt werden muss – auch das müssen Sie als Existenzgründer bedenken.

 

Fördermöglichkeit Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur

Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus in die Selbstständigkeit startet, dem steht unter bestimmten Voraussetzungen ein Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur zu. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass insbesondere Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Arbeitskräfte faktisch auf eine neue berufliche Perspektive angewiesen sind, die sich möglicherweise durch eine Existenzgründung verwirklichen lässt.

Der Gründungszuschuss soll die erste schwierige Zeit nach dem Start in die Selbstständigkeit erleichtern – hier hat die Erfahrung gezeigt, dass Existenzgründer oft Zeit brauchen, bis sie die eigene Firma so weit entwickelt haben, dass sie davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

 

Voraussetzungen für den Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur

Der Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur ist Förderung zur Existenzgründung für Sie dann möglich, wenn folgende Voraussetzungen zutreffen:

  • Sie müssen mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet sein.
  • Sie müssen über einen Restanspruch von mindestens 150 Tagen auf ALG I verfügen, wenn Sie die selbstständige Tätigkeit aufnehmen.
  • Sie wollen die Existenzgründung zu Ihrem Haupterwerb machen
  • Sie müssen die Tragfähigkeit Ihrer Idee gegenüber der Arbeitsagentur nachgewiesen haben (Vorlage eines Businessplanes).

Besonders günstig für Gründer: Der Gründungszuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Ausnahmen von diesem Grundsatz sind nur dann gegeben, wenn bei der Beantragung fehlerhafte Angaben gemacht wurden und der Zuschuss dementsprechend auf falschen Annahmen zustande kam.

Grundsätzlich gilt: Die Förderung durch den Gründungszuschuss ist nicht erfolgsabhängig – auch beim Scheitern Ihrer Geschäftsidee sind Sie daher nicht zur Rückzahlung der Fördermittel verpflichtet!

 

Höhe und Dauer der Förderung über den Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur

Wenn Sie den Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen, steht Ihnen in der ersten Phase der Förderung für eine Dauer von sechs Monaten eine Unterstützung in Höhe Ihrer monatlichen ALG I-Regelleistung sowie eine Sozialversicherungspauschale in Höhe von 300 Euro zu.

Nach Abschluss der ersten Phase können Sie in der sogenannten Aufbauphase für einen Zeitraum von weiteren neun Monaten die Sozialversicherungspauschale in Höhe von 300 Euro weiter beziehen: Diese Unterstützung ist Ihnen freigestellt und nicht verpflichtend.

 

Fördermöglichkeit Gründerkredit von der KfW

Eine weitere Möglichkeit zur Förderung der Existenzgründung ist die Kapitalgewinnung über zinsgünstige Kredite. Eine erste Anlaufstelle für Gründer bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW), die hierauf angepasste Programme bereithält – so zum Beispiel den sogenannten Gründerkredit.

Der Vorteil für Gründer liegt hier auf der Hand: Durch die günstige Zinsgestaltung sind Kreditnehmer auch langfristig nicht durch die hohen Zinsen belastet, die bei konventionellen Krediten üblich sind. Hier gilt – im Gegensatz zum Gründungszuschuss durch die Arbeitsagentur: Der Gründerkredit muss zurückgezahlt werden.

Voraussetzungen für den Gründerkredit von der KfW

Wenn Sie zur Förderung Ihrer Existenzgründung den Gründerkredit von der KfW in Erwägung ziehen, sollten Sie sich vorab über die Voraussetzungen im Klaren sein. Diese umfassen:

  • Sie verfügen über eine positive SCHUFA-Auskunft / Bonitätsprüfung: Existenzgründung trotz bestehender Schulden ist für die meisten Banken ein No-Go – das gilt auch für die KfW.
  • Sie legen ein überzeugendes Unternehmenskonzept bzw. Businessplan vor: Der Businessplan ist für Gründer das A & O, wenn es darum geht, externe Geldgeber von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen. Ist das Konzept nicht schlüssig oder der Businessplan schlecht durchdacht, wird es schwierig, Kreditgeber zu gewinnen.

 

Höhe und Dauer der Förderung über den Gründerkredit von der KfW

Den Gründerkredit von der KfW gibt es in zwei verschiedenen Varianten, die sich in Höhe und Laufzeit deutlich voneinander unterscheiden. Für Existenzgründer ist aber insbesondere der Gründerkredit „Startgeld“ von Interesse: Hier erhalten Gründer ein Darlehen in einer Höhe bis zu 100 Prozent des Gesamtfinanzierungsbedarfs bis maximal 100.000 Euro. Der Gründerkredit hat eine maximale Laufzeit von 10 Jahren; für höchstens zwei Jahre kann dabei eine Tilgungsfreiheit vereinbart werden.

Im Gegensatz zum Gründungszuschuss (s. o.) muss der Gründerkredit von der KfW zurückgezahlt werden. Dennoch bringt der Gründerkredit zahlreiche Vorteile mit sich, denn zum einen wirkt sich die günstige Zinsgestaltung positiv auf die finanzielle Planung von Gründern aus – und zum anderen ist gerade die mögliche Tilgungsfreiheit von zwei Jahren dann von Interesse, wenn das eigene Geschäft gerade zu Beginn der Selbstständigkeit noch nicht so gut läuft.

Der Gründerkredit wird übrigens direkt bei der eigenen Hausbank als Finanzierungspartner beantragt: Diese stellt die notwendigen Unterlagen zur Verfügung und übernimmt auch die Bonitätsprüfung sowie die Prüfung des Businessplans.

 

Fördermöglichkeit Mikrodarlehen

Nicht immer ist der Finanzierungsbedarf so hoch, dass sich Existenzgründer mit einem regulären Kredit zusätzlich belasten wollen. Das trifft insbesondere dann zu, wenn Sie sich als Freiberufler oder Kleinunternehmer selbstständig machen wollen. Das Problem: Bankinstitute sind häufig nicht an kleinen Krediten interessiert, da diese wirtschaftlich für die Bank nur wenig lukrativ sind. Existenzgründer sind dann auf Geldgeber angewiesen, die mit einem sogenannten Mikrokredit die benötigten Finanzmittel zur Verfügung stellen.

Mikrokredite zur Förderung der Existenzgründung werden von Banken angeboten, aber auch von den Landesbanken als regionalem Finanzierungspartner.

Wichtig zu wissen: Ein Mikrodarlehen ist nur für unternehmerische Tätigkeiten gedacht – daher findet auch hier üblicherweise eine genaue Prüfung der Voraussetzungen statt!

 

Voraussetzungen für Mikrodarlehen

Wenn Sie als Existenzgründer ein Mikrodarlehen für den Start in die Selbstständigkeit nutzen möchten, dann müssen Sie auch bei relativ kleiner Darlehenssumme die dafür notwendigen Voraussetzungen vollumfänglich erfüllen. Diese unterscheiden sich zwar in Abhängigkeit von dem gewählten Finanzierungspartner – in der Regel gehören aber folgende Bedingungen dazu:

  • Das Unternehmenskonzept ist durchdacht und tragbar: Mikrodarlehen sind in erster Linie dafür gedacht, berufliche Alternativen zu unterstützen. Ein nicht oder nur schlecht funktionierendes Konzept wird daher nur selten von Banken finanziell gefördert. Auch werden nicht alle Konzepte unterstützt: So fällt zum Beispiel eine Selbstständigkeit im Bereich Auto- sowie Autoteilehandel, eine Tankstelle oder auch die Existenzgründung als Handelsvertreter nicht in den Bereich der förderungsfähigen Geschäftskonzepte für ein Mikrodarlehen.
  • Die Existenzgründung ist als Haupterwerbsquelle gedacht.
  • Notwendige Fachkenntnisse und / oder eine entsprechende Ausbildung können nachgewiesen werden.

 

Höhe und Dauer der Förderung über Mikrodarlehen

Die Höhe der Förderung der Existenzgründung im Rahmen eines Mikrodarlehen beträgt in der Regel maximal 20.000 Euro. Höhere Kredite müssen über herkömmliche Darlehen beantragt werden – hier steigt proportional zur Kredithöhe auch die Qualität der verlangten Kreditsicherheiten.

Die Laufzeit des Mikrodarlehen hängt vom Finanzierungspartner ab: Üblich sind aber Laufzeiten von bis zu sechs Jahren; die Vereinbarung einer tilgungsfreien Zeit ist dabei abhängig von der konkreten Vertragsgestaltung.

 

Autor_in: Susanne Khammar

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