Mit Heimarbeit selbstständig machen

© fotloia | Ralf Geithe

Die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben steht für viele Selbstständige ganz oben auf der Liste der Prioritäten. Die sogenannte Life-Work-Balance ist dabei das Stichwort, das gerade dann ins Spiel kommt, wenn nicht nur der Beruf einen prominenten Platz in der eigenen Lebensgestaltung einnehmen soll. Die Selbstständigkeit in Heimarbeit ist eine Alternative, wenn es darum geht, mit dem eigenen Unternehmen durchzustarten. Wir zeigen, was es damit auf sich hat!

Heimarbeit: Von zuhause als Selbstständiger arbeiten

Der Start in die Selbstständigkeit ist ein häufiges Lebensziel von vielen Arbeitnehmern. Anstelle des regelmäßigen Alltags im Büro tritt dann das eigenverantwortliche Planen in Bezug auf Produkte, Dienstleistungen und Finanzen. Dabei spielt gerade die Möglichkeit der Heimarbeit eine große Rolle. Die Arbeit von zuhause ist eine attraktive Alternative und wird besonders gerne von Müttern oder Vätern genutzt, denn: Durch die Heimarbeit versprechen sich viele Selbstständige eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wir zeigen, welche Möglichkeiten sich dabei bieten und was Sie beachten sollten, wenn Sie sich durch Heimarbeit selbstständig machen wollen.

Durch Heimarbeit in die Selbstständigkeit starten

Von zuhause arbeiten – ja gerne! Immer mehr Selbstständige und insbesondere Freiberufler wählen das Homeoffice als einzige Arbeitsstätte für ihre Selbstständigkeit. Vordergründig geht das dabei oft um eine vorteilhafte Kombination aus Privatleben und Beruf. Es ist daher wenig erstaunlich, dass besonders Mütter und Väter gerne als Freiberufler durch Heimarbeit eine Selbstständigkeit anstreben.

Doch nicht alles lässt sich über die Heimarbeit abdecken: Manche Berufszweige sind nur schlecht über ein Homeoffice zu erledigen – hier sollten Sie zum Beispiel an Dienstleistungen denken, die sich nur in direktem Kontakt mit dem Kunden oder Auftraggeber erbringen lassen.

Grundsätzlich ist es Ihnen als Selbstständiger rechtlich freigestellt, ob Sie Ihre Tätigkeit lieber in den eigenen vier Wänden ausüben. Auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zeigt deutlich: Immer weniger setzen selbst große Unternehmen auf feste Arbeitsplätze. Die Digitalisierung macht es in vielen Fällen möglich, dass Arbeitnehmer mit dem entsprechenden Equipment losgelöst vom Sitz des Unternehmens produktiv arbeiten können.

Die sogenannten digitalen Nomaden machen es vor: Sie sind vollkommen ortsunabhängig und faktisch überall auf der Welt zu Hause – inklusive der eigenen beruflichen Tätigkeit.

Wichtig zu wissen: Wer eine Mietwohnung bewohnt, der kann sich nicht ohne weiteres durch Heimarbeit selbstständig machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die gewerbliche Nutzung der Mietwohnung explizit vom Vermieter untersagt wird. Hier gab es in der Vergangenheit eine klare Rechtsprechung, die Sie beim Start in die Selbstständigkeit durch Heimarbeit beachten sollten!

Besonders häufig bietet sich die Selbstständigkeit von Zuhause als Verdienstmöglichkeit in den folgenden Berufsgruppen an:

  • Webdesign & Programmierung
  • Lektorat & Texterstellung
  • Design & Grafik
  • Übersetzungen
  • Virtuelle Assistenz
  • Blogger & Influencer
  • Erziehung & Unterricht
  • Datenerfassung
  • Kundenservice

Das sollten Sie beachten, wenn Sie sich mit Heimarbeit selbstständig machen wollen

Sie haben bereits einen Beruf und wollen diesen nun als Selbstständiger in Heimarbeit ausüben? Dann sollten Sie die konkrete Planung für Ihre Existenzgründung in Angriff nehmen. Dazu gehören zahlreiche Parameter, die auch den langfristigen Erfolg Ihres neuen Unternehmens sichern.

  • Wo finde ich Kunden?
  • Wie gestalte ich meine Akquisearbeit?
  • Welche Marketingmaßnahmen stehen mir bei der Heimarbeit zur Verfügung?
  • Wie gestalte ich die finanziellen Rahmenbedingungen meiner Selbstständigkeit?
  • Wer unterstützt mich bei der Heimarbeit?
  • Welchen Einfluss hat die Heimarbeit auf mein Privatleben?
  • Welches Equipment benötige ich für meine Heimarbeit?

Inbesondere beim Thema Ausstattung sollten Sie schon vor dem Start in die Selbstständigkeit überlegen, welche Arbeitsmaterialien Sie benötigen und wo in Ihrem Zuhause Sie Ihre „Kommandozentrale“ einrichten wollen.

Wichtig zu wissen: Wer zuhause arbeitet, der kann daraus auch steuerrechtlich Vorteile geltend machen. Das sogenannte Arbeitszimmer findet bei der Berechnung der steuerlichen Belastung eine Berücksichtigung. Hierfür hat der Gesetzgeber aber strenge Grenzen gesetzt: Der Schreibtisch im Wohnzimmer zählt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes ebenso wenig als Arbeitszimmer wie der Aktenstapel im Schlafzimmer.

Vorteile der Heimarbeit

Nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eines der Hauptargumente für eine Selbstständigkeit durch Heimarbeit. Daneben bietet die Arbeit im eigenen Zuhause auch andere Vorteile, die gerade für Selbstständige wichtig und entscheidend sein können.

  1. Freie Zeiteinteilung: Wann Sie anfangen, wie Sie Ihre Pausen legen und ob Sie zwischendurch für einen Spaziergang vor die Tür gehen, ist bei der Heimarbeit alleine Ihnen überlassen. Die freie Zeiteinteilung ist gerade für diejenigen Selbstständigen von Vorteil, die sich durch starre Arbeitszeitregelungen eingeengt fühlen und den eigenen Rhythmus verlieren. Dazu gehört übrigens auch das Arbeiten am Wochenende oder das flexible Einrichten von Urlaubs- und Auszeiten.
  2. Kosten sparen: Ob Busticket oder Spritkosten, Parkplatzgebühren oder Ausgaben für die Verpflegung – wer Heimarbeit macht, der hat deutlich weniger Kosten als ein Selbstständiger „außer Haus“.
  3. Zeitersparnis: Während Sie bei jeder anderen Tätigkeit erst einmal zum Arbeitsplatz müssen, starten Sie bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden ohne großen Zeitverlust. Vergessen Sie die Parkplatzsuche, das Warten auf die nächste Bahn oder die ungenutzte Zeit im Stau – Heimarbeit bedeutet, sich nicht mehr mit solchen Zeitfressern herumärgern zu müssen.

Nachteile der Heimarbeit

Wie so oft im Leben hat auch als Selbstständiger die Heimarbeit nicht nur Vorteile. Seien Sie sich vor der Entscheidung für eine Tätigkeit daheim im Klaren darüber, dass auch die Heimarbeit nicht nur positiv zu bewerten ist. Sie zeigt nämlich in einigen Punkten deutliche Nachteile:

  1. Richtiger Feierabend fehlt: Während für viele Arbeitnehmer und Selbstständige der Arbeitstag dann endet, wenn Sie das Büro oder den Arbeitsplatz verlassen, ist dies bei der Heimarbeit nicht möglich. Die Arbeit ist somit immer präsent und sorgt häufig dafür, dass Sie als Selbstständiger auch nach Feierabend noch gedanklich gebunden sind.
  2. Viel Ablenkung: Bei wenig Motivation schnell die Wohnung staubsaugen? Oder im Sommer doch lieber im Garten arbeiten? Heimarbeit setzt ein hohes Maß an Disziplin voraus – ansonsten verlieren Sie sich in den zahlreichen Ablenkungen, die die eigenen vier Wände bieten. Kritisch kann das werden, wenn auch Kinder mit im Haushalt leben: Sie können oft nicht erkennen, dass die Heimarbeit Mutter oder Vater tatsächlich in Beschlag nimmt und stören dann häufig den Workflow.
  3. Selbstmotivation: Auch bei der Heimarbeit treffen Sie als Selbstständiger auf Aufgaben, die Sie vielleicht nur sehr ungerne erledigen. Mit der Möglichkeit der Ablenkung sinkt gleichzeitig auch der Grad an Selbstmotivation – das ist für viele Selbstständige ein Problem und führt auf Dauer dazu, dass Aufgaben unnötig aufgeschoben werden.

Tipps für die Heimarbeit als Selbstständiger

In der Praxis haben sich unterschiedliche Strategien bewährt, die das Arbeiten in den eigenen vier Wänden erleichtern:

  • Ziele setzen: Ob täglich, wöchentlich oder gleich für den ganzen Monat – konkrete Ziele helfen bei der Heimarbeit ungemein. Diese können auch visualisiert werden – wichtig dabei: Kleine Zwischenerfolge notieren: Nur so sehen Sie, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.
  • Feste Arbeitszeiten: Heute um 9, morgen erst um 12 – effizient ist das in den wenigsten Fällen. Richten Sie feste Arbeitszeiten ein, die sich mit dem eigenen Familien- bzw. Privatleben vereinbaren lassen und halten Sie diese auch ein. Dazu gehören übrigens auch feste Pausenzeiten. Auch bei der Heimarbeit sollten Sie regelmäßig Pausen machen, um danach wieder voll motiviert weiterzumachen.
  • Aufgaben planen: Eine to-do-Liste hilft bei der Aufgabenplanung. Berücksichtigen Sie dabei Terminabsprachen und Deadlines. Regelmäßig wiederkehrende Aufgaben sollten hier genauso Platz finden wie spontane Anfragen und last-minute-Aufträge.
  • Passende Kleidung: Im Bademantel vor dem Laptop? Auch bei der Heimarbeit sollten Sie als Selbstständiger in den Arbeitsmodus schalten. Dazu gehört die passende Kleidung – diese sollte angemessen sein und trotzdem ein angenehmes Arbeiten ermöglichen.

 

Autor_in: Susanne Khammar

* Selbstverständlich können Sie den Gratis-Ratgeber auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 selbststaendig.com. Impressum | Datenschutz