Hausbank für Selbstständige

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Ohne Geschäftskonto kein wirtschaftliches Miteinander: Nicht nur für die regelmäßig anfallenden Finanztransaktionen brauchen Sie als Selbstständiger eine zuverlässige Hausbank, die Ihnen als Finanzpartner zur Seite steht. Die Wahl der richtigen Hausbank für Selbstständige ist jedoch nicht immer einfach: Viele Geldinstitute locken mit attraktiven Angeboten. Wir zeigen, was Sie als Unternehmer beachten sollten und woraus es ankommt, wenn Sie ein Geschäftskonto eröffnen.

Die Rolle der Hausbank für Selbstständige

Wer als Existenzgründer startet, der braucht von Anfang an eine Hausbank für Selbstständige, die als Partner in Finanzfragen das Unternehmen begleitet. Diese ist nicht nur dann gefragt, wenn es um Finanzierungen in Form von Krediten geht, sondern auch dann, wenn das Unternehmen an zusätzlichen Dienstleistungen interessiert ist. Besondere Bedeutung kommt dabei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs zu, die für Sie als Unternehmer zum Tagesgeschäft gehört und damit eine herausragende Rolle bei der Wahl der Hausbank spielt.

In Deutschland unterscheiden sich die Serviceleistungen der Geldinstitute oft stark voneinander. Es ist daher Ihre Aufgabe als Existenzgründer und Unternehmer, sich ein umfassendes Bild zu machen, bevor Sie sich für einen Finanzpartner als Hausbank entscheiden.

Das müssen Sie bei der Wahl der Hausbank für Selbstständige beachten!

Als Unternehmer haben Sie grundlegend andere Bedürfnisse als Privatpersonen. Während im privaten Bereich einfache Finanztransaktionen vorherrschend sind, ist die Bandbreite an Anforderungen durch Selbstständige deutlich umfassender.

Eine gute Bank für Selbstständige sollte sich auch in den folgenden Situationen mit dem entsprechenden Service bewähren:

  • Beantragung von Fördermitteln: Sie möchten für Ihr Unternehmen Fördermittel beantragen – das geht nur, wenn Sie zusammen mit Ihrer Bank die jeweiligen Antragsformulare ausfüllen und die notwendigen Unterlagen für den Förderantrag zusammenstellen. Eine Hausbank für Selbstständige ist nur dann als Finanzpartner geeignet, wenn sie die entsprechende Erfahrung und Expertise für die Beantragung von Fördermitteln aufweist und damit dem Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.
  • Unterstützung von Finanzierungsanfragen: Im unternehmerischen Alltag kommt es öfter zu einem Finanzierungsbedarf. Ob Anschaffung neuer Wirtschaftsgüter oder die Überbrückung von Engpässen – eine Hausbank für Selbstständige sollte auch in Finanzierungsfragen eine generelle Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigen.
  • Unproblematischer Zahlungsverkehr: Eine Hausbank für Selbstständige sollte nicht nur über Präsenzfilialen zur Verfügung stehen, sondern auch den Online-Zahlungsverkehr ermöglichen. Das spart Ihnen im Alltag eine Menge Zeit, die Sie produktiv in andere Bereiche einbringen können.

Online-Bank oder Präsenzbank?

Viele Existenzgründer entscheiden sich beim Start in die Selbstständigkeit für eine reine Online-Bank. Diese bietet den Vorteil, dass sie in der Regel nicht nur sehr viel günstiger ist in Bezug auf die Gebühren, die beim Banking anfallen. Auch die Tatsache, dass Sie hier als Selbstständiger über alle Vorzüge beim Online-Zahlungsverkehr verfügen, macht eine Online-Bank für Existenzgründer attraktiv.

Dennoch hat auch eine Präsenzbank mit einem entsprechenden Filialnetz Vorzüge, die Ihnen bei einer Hausbank für Selbstständige wichtig sein könnten. Dazu zählt ein persönlicher Ansprechpartner und die Möglichkeit, bei Schwierigkeiten oder Anliegen direkt vor Ort mit einem kompetenten Sachbearbeiter ins Gespräch zu kommen.

Welche der beiden Möglichkeiten Sie für sich präferieren, ist Ihnen überlassen. In der wirtschaftlichen Praxis hat sich aber eine Präsenzbank immer dann bewährt, wenn Sie zum Beispiel regelmäßig Bareinzahlungen tätigen. Ist Ihr Geschäftsmodell im Einzelhandel verortet, macht eine reine Online-Bank wenig Sinn.

Wichtig zu wissen: Eine Online-Bank überzeugt zwar durch den geringen Kostenfaktor, kann aber gerade auch im Bereich von Förderungsanträgen große Schwächen aufweisen. Nicht immer ist hier die Kompetenz ausreichend, um Unternehmer auch auf diesem Gebiet mit der nötigen Expertise zu begleiten. Achten Sie bei der Hausbank für Selbstständige darauf, ob Ihre aktuellen und künftigen Bedürfnisse hier wirklich Platz finden.

Welche Banken stehen als Hausbank für Selbstständige zur Verfügung?

Da Sie in der Wahl der Hausbank frei sind, stehen Ihnen neben einer reinen Online-Bank mehrere Möglichkeiten für Ihre Entscheidung zur Verfügung. Wir stellen die wichtigsten Optionen vor:

  • Großbanken: Großbanken sind private Geldinstitute, die in der Regel über ein gut ausgebautes Filialnetz verfügen. Sie finden sich in fast allen großen Städten und sind häufig auch international tätig. Für Unternehmen hat sich die Zusammenarbeit mit Großbanken bewährt: Sie verfügen über das nötige Knowhow, um auch größere Investitionen und Förderanträge kompetent zu begleiten. Typische Großbanken sind zum Beispiel die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Postbank.
  • Genossenschaftsbanken: Genossenschaftsbanken sind häufig als Raiffeisen- und Volksbanken anzutreffen und primär auf regionaler Ebene tätig. Dies führt dazu, dass es nicht immer Filialen des eigenen Geldinstituts in anderen Städten gibt. Um Geschäftskunden die volle Bandbreite an Serviceleistungen anzubieten, arbeiten Genossenschaftsbanken in der Regel mit Partnerunternehmen zusammen. Typische Genossenschaftsbanken sind die Volksbank Raiffeisenbank (kurz: VR) oder die Sparda-Bank.
  • Sparkassen: Sparkassen stehen traditionell nicht nur Privatkunden zur Verfügung, sondern eignen sich auch als Hausbank für Selbstständige. Sie haben ein sehr gut ausgebautes Filialnetz und sind daher in fast jeder Stadt anzutreffen. Sie begleiten Selbstständige auch bei den im wirtschaftlichen Alltag anfallenden Aufgaben und weisen eine entsprechende Kompetenz in Bezug auf Darlehen, Förderanträge und Finanzierungsfragen auf.
  • Privatbanken: Privatbanken sind in der Regel auf vermögende Privatkunden und Unternehmen ausgerichtet. Sie eignen sich nur bedingt als Hausbank für Selbstständige und sind oft durch hohe Gebührensätze gekennzeichnet.

Eröffnung des Geschäftskontos

Wenn Sie sich für eine Hausbank entschieden haben, kann es auch schon losgehen. Die Eröffnung des Geschäftskontos ist der wichtigste Schritt, um finanzielle Vorgänge abzuwickeln. Dazu müssen Sie bei der von Ihnen gewählten Hausbank lediglich den Antrag auf Kontoeröffnung ausfüllen und einreichen. Dies ist unproblematisch und normalerweise auch nicht mit größeren Schwierigkeiten verbunden. Lediglich bei vorhandenen Negativmerkmalen in Bezug auf die eigene Bonität oder negativen SCHUFA-Einträgen kann ein Antrag auf Kontoeröffnung abgelehnt werden.

Wichtig zu wissen: Die Trennung zwischen Privat- und Geschäftskonto mag am Anfang der eigenen Selbstständigkeit nicht zwingend erforderlich zu sein. Auch das Gesetz schreibt für Einzelunternehmer und Freiberufler eine Trennung nicht vor. Dennoch kann die saubere Aufteilung zwischen privaten und geschäftsbezogenen Einnahmen und Ausgaben Sinn machen: Sie sorgt dafür, dass Sie bei vielen Buchungen nicht den Überblick verlieren und erleichtert auch die Steuerprüfung durch das Finanzamt. Nicht jeder Selbstständige möchte dem Fiskus einen Einblick in die privaten Ausgaben ermöglichen.

Serviceleistungen für Selbstständige

Neben den finanziellen Angelegenheiten, die Sie über die Hausbank für Selbstständige regeln, sollten Sie bei der Wahl der richtigen Hausbank auch nach zusätzlichen Serviceleistungen Ausschau halten.

Diese können ganz unterschiedlich aussehen:

  • Kontoführung: Vereinzelt finden sich Angebote für ein kostenloses Geschäftskonto. Dies kann langfristig gesehen eine große Ersparnis bedeuten und ist immer ein Argument für die jeweilige Bank.
  • Firmenkreditkarte: Ob im Inland oder auf Geschäftsreisen im Ausland – eine Firmenkreditkarte ist notwendig, um sich allgemein eine gewisse Flexibilität zu erhalten. Banken bieten Firmenkreditkarten auch oft kostenlos an oder verzichten auf die Kosten ab einer bestimmten Umsatzsumme über die Kreditkarte.
  • Buchungen: Wer jede einzelne Buchung separat bezahlen muss, der ärgert sich schnell über die Summe, die dadurch zusammenkommt. Achten Sie bei der Kontoeröffnung auf Angebote von Banken, die kostenlose Buchungen anbieten.
  • Bargeldeinzahlungen: Das Angebot, Bargeld in der Filiale einzuzahlen, wird von vielen Banken oft in Rechnung gestellt. Das macht aber keinen Sinn, wenn Ihr Unternehmen regelmäßig derartige Transaktionen vornimmt. Bevorzugen Sie in diesen Fällen eine Hausbank für Selbstständige, die kostenlose Bargeldeinzahlungen anbietet.
  • Lastschrift: Wenn Sie Ihren Kunden und Auftraggebern das Lastschriftverfahren anbieten wollen, dann sollten Sie sich eine Hausbank suchen, die das möglich macht. Bedenken Sie, dass im geschäftlichen Alltag eine Vielzahl an Zahlungsmethoden von Kunden in der Regel positiv bewertet wird.

 

Autor_in: Susanne Khammar

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