Existenzgründung – entscheidende Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung

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Starten Sie den besten Job der Welt: Selbstständigkeit. Wenn Sie sich selbstständig machen wollen, sind Expertenwissen und qualifizierte Tipps für Ihre Existenzgründung wertvoll. Erstellen Sie einen perfekten Businessplan und holen Sie sich so die wichtigsten Förderungen und Zuschüsse. Gehen Sie die nächsten Schritte und verwirklichen Sie erfolgreich Ihre Geschäftsidee.

Bevor Sie aber loslegen und Zeit sowie Geld in eine neue Idee investieren, erstellen Sie rechtzeitig ein Konzept. Ihre eigene Firma können Sie neben- oder hauptberuflich gründen. Nebenberuflich heißt, neben Ihrem Haupterwerb ca. 18 Stunden pro Woche in die eigene Selbstständigkeit zu investieren. So können Sie Ihre Geschäftsidee testen und auf eigene Rechnung nebenbei ein Gewerbe ausüben. Allerdings sollten Sie Ihren Arbeitgeber darüber informieren.

Die Existenzgründung Definition – was bedeutet dies für Sie als Gründer?

Entscheiden Sie sich für eine hauptberufliche Selbstständigkeit, nehmen Sie mit der Existenzgründung eine gewerbliche oder selbstständige berufliche Tätigkeit auf, so das Gesetz (§ 513 BGB) und so lautet die offizielle Definition für die Existenzgründung. Das heißt auf der einen Seite: Sie sind Ihr eigener Herr im Haus. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, nahezu sieben Tage die Woche für deinen Traum zu arbeiten, in den ersten Jahren möglicherweise auf den Urlaub zu verzichten, Verantwortung für Sie und Ihre Mitarbeiter zu übernehmen etc. Wenn Sie das mit einem klaren Ja beantworten können, kläre frühzeitig die möglichen Herausforderungen an Ihr Geschäft und Ihr Gründungskonzept: Ist die Geschäftsidee markttauglich und -fähig, besitzt sie ein Alleinstellungsmerkmal und kann sie langfristig im Wettbewerb bestehen?

Zahlreiche Institutionen unterstützen Sie bei Ihrer Existenzgründung – von der Arbeitsagentur bis zu Ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) vor Ort. Die IHK beraten Sie in Sachen Fördermittel, Existenzgründungskredit und auch darüber, wie Sie einen Businessplan erstellen und was in Ihren persönlichen Businessplan stehen sollte. Ferner erhalten Sie Informationen über eine eventuelle Unterstützung bei Ihrer Existenzgründung durch die Arbeitsagentur. Und falls Sie arbeitssuchend sind, erfahren Sie, welche finanzielle Unterstützung der Staat Ihnen in den ersten Monaten bietet. So übernimmt die Arbeitsagentur, sollten Sie berechtigt sein und einen Existenzgründungszuschuss von ihr erhalten – in den ersten sechs Monaten Ihre Kranken- und Rentenversicherung. Doch dazu erfahren Sie später mehr.

Meistens ist die IHK für Gründer der Dreh- und Angelpunkt. Denn: Die IHK bieten Gründerseminare und Schulungen an. Unternehmer werden kann man zwar nicht lernen, wohl aber die Fallstricke der anderen meiden. Sie brauchen ja nicht die Fehler zu machen, die andere vor Ihnen bereits gemacht haben. Seien Sie clever und beachten diese Informationen.

Der Businessplan zum Erfolg – so werden Sie ein erfolgreicher Gründer

Starten Sie Ihre neue Karriere mit dem Businessplan. Ein ausgewogener, detaillierter Plan hilft Ihnen dabei, in den ersten Monaten auf Kurs zu bleiben, und erklärt detailliert, was Sie vorhaben und wofür Sie Geld brauchen, denn nur das, was Sie erklären können, haben Sie auch wirklich verstanden. Der Businessplan sollte alle Fragen beantworten: von der Geschäftsidee über die Finanzierung und die Geldgeber bis hin zum Markt, Marketing und den Risiken. Das heißt: Beschreiben Sie Ihre Geschäftsidee, mit welchem Produkt oder Dienstleistung, mit welchem Konzept, welchem Preis und für welche Zielgruppe und auf welchem Markt Sie Kunden Lösungen anbieten wollen. Bereits hier entscheiden Sie über die Grundzüge Ihrer Idee. Starten Sie im E-Commerce durch und wollen Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt lokal, bundesweit oder sogar weltweit anbieten, oder beweisen Sie sich lieber stationär etwa in einem Geschäft?

Betrachten Sie alle Faktoren, die für Ihren Erfolg entscheidend sein können, denn sie machen für Ihre Existenzgründung Ihren zukünftigen Erfolg aus. Beschreiben Sie Ihre Geschäftsidee, Ihren Markt, Ihren Personalbedarf, Ihre Verkaufs- und Marketingstrategien und kalkulieren Sie den Verkaufspreis. Bestenfalls erstellen Sie eine Kalkulation, welches Produkt zu welchem Preis welchen Deckungsbeitrag erzielt.

Förderung für die Existenzgründung – die besten Fördermittel und Zuschüsse

Haben Sie den Businessplan erstellt, geht es weiter mit dem nächsten Schritt, der Finanzierung. Dafür stehen Ihnen zahlreiche Fördermittel und öffentliche Zuschüsse zur Verfügung. Ihr Startkapital setzt sich aus den eigenen Mitteln, dem Eigenkapital, und aus fremden Mitteln, dem Fremdkapital, zusammen. Oft ist die staatliche Förderbank KfW die erste Informations- und Anlaufstelle für Existenzgründer. Dennoch ist die Finanzierung oft ein Problem: Wer wünscht sich da nicht Zuschüsse und Förderkredite, die besonders günstig sind? Holen Sie sich also frisches Geld vom Vater Staat.

Fördermittel für Existenzgründung – tilgungsfrei und ohne Rückzahlung

Achten Sie bei den Förderprogrammen oder Zuschüssen auf niedrige Zinsen, lange Laufzeiten und, wenn möglich, auf eine rückzahlungsfreie (tilgungsfreie) Anlaufphase. Ohne einen überzeugenden Businessplan sind Fördergelder oder Kredite nicht zu haben. Die Tilgung erfolgt – zum Teil nach einer tilgungsfreien Zeit – in monatlichen Raten. Förderkredite sind wesentlich zinsgünstiger als normale Bankkredite, bieten tilgungsfreie Anlaufjahre und können teilweise auch ohne Eigenkapital aufgenommen werden.

KfW-Förderung für Existenzgründung

Die Förderbank KfW unterstützt Existenzgründer und Jungunternehmer beim Aufbau ihres Unternehmens. Gründer können mit diesen Krediten beispielsweise Laden- oder Büroeinrichtung, Maschinen, Mieten, Personalkosten oder Versicherungen finanzieren. Die KfW bietet verschiedene Förderprogramme und -produkte an – auch mit Tilgungsfreiheit in den ersten Jahren. Das bietet oft handfeste Vorteile für Sie, wie etwa, dass die KfW keine Mindestbeträge erwartet. Einen KfW-Förderkredit können Sie für die Existenzgründung oder zur Festigung Ihres jungen Unternehmens in den ersten Jahren nutzen, oder wenn Sie beabsichtigen, eine Firma als Nachfolger zu übernehmen bzw. sich als Geschäftsführer an einem Unternehmen zu beteiligen.

Existenzgründung – Fördermittel von der Arbeitsagentur

Eine wirkliche Unterstützung ist der Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur. Leider gibt es diesen Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen, nur für Arbeitslose. Konkret heißt das: Gründer müssen arbeitslos sein und ihre Arbeitslosigkeit durch ihre Existenzgründung beenden wollen. Antragsberechtigt sind diejenigen, die bei der Aufnahme ihrer selbstständigen Geschäftstätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von noch mindestens 150 Tagen haben. Der Antragsteller muss einer fachkundigen Stelle ein tragfähiges Konzept vorlegen und es begutachten lassen. Die fachkundigen Stellen sind beispielsweise die IHK, Handwerkskammern, Kreditinstitute oder Gründerzentren.

Der Gründungszuschuss erleichtert im erheblichen Maße den Start, auch wenn er zunächst einmal für nur sechs Monate gezahlt wird. In dieser Zeit erhält der Antragsteller einen monatlichen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. In dieser Zeit zahlt die Arbeitsagentur einen zusätzlichen Betrag von 300 € monatlich, damit der arbeitslose Gründer sich sozial absichern und in die gesetzlichen Sozialversicherungen einzahlen kann. Der Gründungszuschuss von 300 € monatlich kann weitere neun Monate gezahlt werden, wenn die geförderte Person ihre engagierte Geschäftstätigkeit darlegen kann.

Staatliche Förderungen bei einer Existenzgründung

Die Zahl der staatlichen Förderungen ist beachtlich: Sie reicht von der Beratungsförderung, dem Gründungszuschuss, dem Einstiegsgeld und den KfW-Krediten bis hin zum EXIST-Gründerstipendium oder Zuschuss für das Wagniskapital. Lassen Sie sich bei der Auswahl der geförderten Kredite unterstützen und prüfe exakt die Anforderungen, die für Ihr Konzept und Ihren Kapitalbedarf erforderlich sind. Übrigens: Ein Programm bietet auch, je nach Bundesland, eine kostenlose Fördermittelauskunft.

Tipp: Eine Grundregel bei den meisten Förderprogrammen lautet: Beantragen Sie vor dem Start Ihrer Geschäftstätigkeit den Zuschuss oder den Förderkredit und warten Sie die Zusage ab. Handeln Sie anders, ist es in vielen Fällen ein Ausschlusskriterium. Rückwirkende Zahlungen gibt es selten.

Den jeweiligen Kreditantrag stellen Sie stets bei einem Finanzierungspartner, nicht bei der KfW.

Wichtige Förderprogramme und EU-Fördermittel

Die EU hält verschiedene Förderprogramme bereit, aus denen Sie – je nach Art deines Unternehmens oder Projekts – eventuell Mittel beantragen können. So können innovative Start-ups, aber auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit beispielsweise dem Programm „Horizont 2020“ mit bis zu 2,5 Millionen € gefördert werden. Unter https://europa.eu/investeu/ finden Sie zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten.

Die EU stellt Finanzmittel z. B. als Finanzhilfen, Darlehen oder Bürgschaften zur Verfügung. So gewährt sie beispielsweise Unternehmen aller Art Darlehen für Investitionen in Forschung und Innovation. Daneben leistet sie Bürgschaften, damit Empfänger leichter Kredite von Banken und anderen Geldgebern erhalten können.

Checkliste: Existenzgründung in wenigen Schritten zum Erfolg

 

 

Checken Sie sich und Ihre Person: Wollen Sie Unternehmer werden und Ihre Existenzgründung starten?

Ja

 

Nein

 

Erstellen Sie einen Businessplan und klären Sie die Punkte: Geschäftsidee, Alleinstellungsmerkmal, Markt und die Prognose, langfristig marktfähig zu bleiben, Marketing, Vertrieb/Verkauf, Rechtsform sowie Finanzierung/Kapitalbedarf.

Ja

 

Nein

 

Holen Sie sich die besten Fördermittel und Zuschüsse.

Ja

Nein

Informieren Sie sich frühzeitig bei Gründerbanken wie der KfW über tilgungsfreie Kredite und Zuschüsse ohne Rückzahlung.

Ja

Nein

Starten Sie Ihre Geschäftstätigkeiten erst dann, wenn Sie einen Kreditantrag gestellt und die Zusage erhalten haben.

Ja

 

Nein

 

Wenn Sie arbeitslos sind, holen Sie sich den Gründungszuschuss. Der Vorteil: Diesen Zuschuss brauchen Sie nicht zurückzuzahlen.

Ja

 

Nein

 

Es gibt zahlreiche Förderprogramme für Ihre Existenzgründung. Wählen Sie das Programm, das zu Ihnen passt und das für Sie in den ersten Jahren tilgungsfrei ist.

Ja

 

Nein

 

Denken Sie dabei auch an die EU-Förderprogramme für Ihre Existenzgründung.

Ja

 

Nein

 

 

 

Autor_in: Michael Jansen

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