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gGmbH – eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Urheber: MQ-Illustrations | Adobe Stock

Für eine Geschäftsgründung mit einem gemeinnützigen oder wohltätigen Zweck scheint die Form der GmbH nahezu perfekt: ein tolles Geschäftsmodell verfolgen, Spenden und öffentliche Fördergelder annehmen können und dabei immer noch der eigene Chef oder die eigene Chefin sein. Dabei dann auch noch Gutes tun und einen sinnvollen Job haben – es klingt optimal. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn eine gGmbH unterliegt strengen Regelungen, die dem Missbrauch dieses Modells vorbeugen sollen.

    Die gGmbH ist eine Spielart der GmbH und daher gelten auch die meisten gesetzlichen GmbH-Vorschriften für die Gründung und Führung der „gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Sie werden um weitere Vorgaben im Vertrag und den anderen Voraussetzungen ergänzt, die der Sicherstellung der Gemeinnützigkeit dienen sollen. 

    gGmbH mit Gesellschaftern – oder als Ein-Personen-GmbH?

    Die wesentliche Voraussetzung für die Gründung einer gGmbH ist ein nachweislich gemeinnütziger oder mildtätiger Zweck auf der Grundlage der Abgabenordnung (§ 52 und § 53) – auch ein religiöser Hintergrund ist denkbar und ebenfalls Einrichtungen, wie beispielsweise Kindergärten oder Hospize, die sich steigenden wirtschaftlichen Anforderungen stellen müssen. Alles, was sich an Tätigkeit aus der gGmbH ergibt, muss diesem Zweck dienen, eine Mischform wird es nicht geben. 

    Wenn Ihr Geschäftsmodell also gemeinnützig ist und Sie wie bei einer normalen GmbH Ihr Privatvermögen absichern möchten, gelten alle Regelungen wie bei der GmbH (Link) und einige weitere zusätzlich.  

    Weitere Voraussetzungen für die Gründung Ihrer gGmbH 

    Der wesentliche Unterschied zur herkömmlichen GmbH ist die Möglichkeit, die Gewinne zu maximieren und Ihr Einkommen zu skalieren: Bei der gGmbH gibt es strenge finanzielle Regelungen dafür, wie viel Gehalt den Gesellschaftern ausgezahlt werden darf. 

    Sie müssen entscheiden, ob die Vorteile die Nachteile wieder wettmachen, dass Sie mit Ihrer eigenen gGmbH, finanziell gesehen, nie so durchstarten werden wie mit einem Start-up und einem frei skalierbaren Geschäftsmodell.  

    Vorteile und Nachteile und der gGmbH

    Die Vorteile einer gGmbH-Gründung: Wie bei der GmbH die Haftungsbeschränkung, die Möglichkeit der Unterstützung durch die offene Hand, die steuerlichen Vorteile, auch bei der Umsatzsteuer, und die Möglichkeit, Spenden anzunehmen. 

    Die Nachteile: Der gemeinnützige Zweck muss exakt definiert und die erhaltenen Mittel dürfen nur für die vorgegebenen Zwecke verwendet werden. Da eine gGmbH gemeinnützig ausgerichtet ist, dürfen Gesellschafter/innen leider keine Gewinnausschüttungen erhalten. Tricksen ist ebenfalls unerwünscht: Auch Zuwendungen anderer Art sind nicht erlaubt. Die auszuzahlenden Gehälter sind dabei auch noch in der Höhe begrenzt. 

    Vorgehensweise: So gründen Sie eine gGmbH

    Um eine gGmbH zu gründen, müssen Sie zunächst deren Gemeinnützigkeit erklären und in der begleitenden Satzung alle relevanten Eckdaten festlegen, die diese ausmachen. Dazu gehören auch eine Stellungnahme des Finanzamts mit der Bestätigung, dass der geplante Geschäftszweck von diesem als gemeinnützig anerkannt wird, und die Anmeldung des Gewerbes. 

    Der nächste Schritt bei der Gründung einer gGmbH ist wieder das Aufsetzen des Gesellschaftervertrags mit einer geschäftsführenden Person. Anschließend folgen die Eröffnung des Geschäftskontos und die Einzahlung des Stammkapitals. 

    Der Gesellschaftsvertrag muss auf die Gemeinnützigkeit genau zugeschnitten sein, darin unterscheidet er sich am deutlichsten von dem einer konservativen GmbH. Im Vertrag müssen wieder der Name des Unternehmens, der Sitz und die Höhe des eingezahlten Stammkapitals festgehalten werden. Die Geschäftsanteile, die auf die Gesellschafter/innen entfallen, werden darin ebenfalls genannt.

    Ist eine gGmbH das Richtige für Ihr Geschäftsmodell? Wenn Sie Zweifel haben, lassen Sie sich am besten von Profis beraten, die besser abschätzen können, ob die Gemeinnützigkeit Ihrer Geschäftsidee auf Dauer Knebel oder Flügel verleiht. 

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