• +49 228 9550-120

Taxiunternehmer werden: Diese Hürden müssen Sie umfahren

© Cameris / Shutterstock.com

Taxis werden das ganze Jahr über gerufen. Die Zielgruppe für ein Taxiunternehmen ist groß und damit ebenso die Erfolgsaussichten für die Gründung eines Taxiunternehmens. Sie können natürlich auch angestellt als Taxifahrer arbeiten, allerdings sind die Verdienstaussichten in diesem Fall geringer. Lesen Sie im Folgenden, was Sie beachten müssen, wenn Sie sich als Taxiunternehmer selbstständig machen wollen.

    Welche Voraussetzungen muss ich für ein eigenes Taxiunternehmen erfüllen?

    Um als Taxiunternehmer zu arbeiten, brauchen Sie einen Führerschein und entsprechende Ortskenntnis. Folgende Aspekte müssen Sie aus rechtlicher Sicht beachten, wenn Sie ein Taxiunternehmen gründen wollen.

    • Gewerbeanmeldung

    Für die Existenzgründung benötigen Sie einen Gewerbeschein, den Sie beim zuständigen Gewerbeamt bekommen.

    • Genehmigung lt. Personenbeförderungsgesetz

    Die Beförderung von Menschen steht gesetzlich unter einem besonderen Schutz. Sie müssen sich daher mit der zuständigen Stadtverwaltung in Verbindung setzen, um eine fachliche Eignung für diese Dienstleistung nachzuweisen.

    • Ortskundeprüfung

    Wer sich mit einem eigenen Taxiunternehmen selbstständig machen möchte, muss beim zuständigen Verkehrsamt eine Ortskundeprüfung ablegen.

    • Führerschein zur Fahrgastbeförderung / Taxischein

    Ein privater Führerschein ist nicht ausreichend, um Personen zu befördern. Den Führerschein zur Fahrgastbeförderung / Taxischein erhalten Sie in der Regel beim Amt für Straßenbau und Verkehr.

    • Funkkurs-Teilnahme

    Wenn Sie an dem kostenpflichtigen Vermittlungssystem der Taxizentrale teilnehmen wollen, dann müssen Sie vorab einen Funkkurs ablegen. 

    Tipp: Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Gewerbeamt, welche konkreten Nachweise Sie erbringen müssen.

     

    Welche Kosten fallen für eine eigenes Taxiunternehmen an?

    Kosten fallen einerseits für die notwendigen Genehmigungen sowie für den Taxischein an. Außerdem brauchen Sie mindestens ein eigenes Fahrzeug, das Sie entweder selbst kaufen oder leasen können. Bedenken Sie bei der Planung der Kosten auch, dass Sie für Ihr Taxiunternehmen werben müssen. Am einfachsten geht dies, wenn Sie sich an die kostenpflichtige Vermittlungszentrale anschließen. Es fallen im laufenden Betrieb Eichgebühren sowie Telefonkosten, Personalkosten und Kosten für Rechtsschutz-Versicherungen an.

    Was muss ich beachten, wenn ich ein Taxiunternehmen gründe?

    Wichtig für den Erfolg Ihres Taxiunternehmens ist, dass Sie sich bekannt machen. Sie brauchen einen guten Standort – idealerweise vor einem Bahnhof oder einem Flughafen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Taxikunden zu gewinnen. Neben der Listung in der Taxizentrale können Sie sich auch eine eigene Präsenz im Internet aufbauen, Flyer in Ihrem Einzugsgebiet verteilen und Anzeigen in der regionalen Zeitung schalten. Außerdem gibt es auch Apps, die als Vermittler fungieren. Zwar wird auch dafür eine Gebühr fällig, allerdings liegt diese oft noch unterhalb der Gebühren, die für die Taxizentrale anfallen.

    Welche Nachteile hat ein eigenes Taxiunternehmen?

    Taxiunternehmer bzw. Taxifahrer leben immer mit einem gewissen Risiko. Sie haben eine Beförderungspflicht und müssen jeden Fahrgast mitnehmen, der innerhalb des Fahrgebietes befördert werden will. Sie wissen nie, wer in Ihr Taxi einsteigt. Allerdings gibt es für Taxifahrer schon gute Alarmsysteme, die einen gewissen Schutz bieten. So gibt es beispielsweise den stillen Alarm. Diese löst der Taxifahrer unbemerkt aus. Der Alarm führt dazu, dass am Taxischild rote LEDs leuchten. Wer so einen stillen Alarm bemerkt, sollte sofort die Polizei rufen.

    Diese persönlichen Fähigkeiten braucht ein Taxiunternehmer

    Es ist nicht ratsam, aus dem Nichts ein Taxiunternehmen zu gründen. Die Gründer sollten Erfahrungen in den Beruf mitbringen und idealerweise selbst bereits als Taxifahrer gearbeitet haben. Nur dann ist es möglich, die alltäglichen Prozesse und die Anforderungen an das Business auch zu verstehen. Bei der Zulassung müssen Sie sogar den Nachweis erbringen, dass Sie als Taxifahrer die notwendige Berufserfahrung mitbringen.

    Für die Preisgestaltung ist die Taxitarifordnung bindend

    Sie sind als Taxiunternehmer zwar selbstständig, können aber nicht beliebig über die Preise bestimmen. Bei der Berechnung des Beförderungsentgelts müssen Sie sich an die Taxiordnung halten. In Deutschland muss in jedem Taxi ein Taxameter eingebaut sein, damit die Fahrgäste den Preis für die Fahrt transparent nachvollziehen können.

    Wie hoch ist der Taxispreis?

    Die Höhe der Taxipreise werden in Deutschland von den zuständigen Behörden festgelegt. Seitdem der Mindestlohn in Deutschland eingeführt wurde, hat sich auch der Taxipreis erhöht. Es gibt verbindliche Tabellen, an die sich jeder Taxifahrer halten muss. In Berlin beispielsweise beträgt der Grundpreis der Fahrt Stand Juni 2019 3,90 Euro. Unter einer Grenze von 7 Kilometern werden 2,00 Euro für jeden angebrochenen Kilometer berechnet, ab dem 8. Kilometer sind es nur noch 1,50 Euro. Die Staffelungen und Preise sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

    Lohnt sich die Vermarktung des Taxiunternehmens über eine Taxi-App?

    Wer seine Taxi-Dienstleistung anbieten möchte, musste sich bislang der Taxizentrale anschließen. Die Vermittlung der Taxis über die Zentrale ist natürlich nicht umsonst, sondern muss von den Taxiunternehmen bezahlt werden. In der Regel werden für eine Listung in der Taxizentrale Monatsbeiträge fällig. Im Gegenzug werden Ihnen Fahrgäste und damit lohnenswerte Aufträge zugewiesen.

    Mittlerweile sind zahlreiche Apps auf dem Markt, die denselben Service anbieten. Wer ein Taxi rufen möchte, lädt sich die App aufs Handy und bestellt per Knopfdruck. Es entfallen Warteschleifen in der Zentrale und die Gäste erhalten eine genaue Auskunft darüber, wo sich das nächste Taxi gerade befindet und wie lang die Wartezeit ist. Die Fahrt wird dann oft sogar bargeldlos über die App abgewickelt. Um es für den Fahrgast noch günstiger zu machen, bieten einige Apps eine sogenannte Matching-Funktion an. Fahrgäste, die in die gleiche Richtung fahren, können sich den Preis der Fahrt teilen. Wer zu wem ins Taxi steigen kann, wird über eine Software ermittelt.

    Die Nachteile der Taxi-Apps für Taxiunternehmen

    So praktisch die Taxi-Apps auch für die Fahrer sind, so viele Nachteile haben sie gegenüber den Taxiunternehmen. Denn diese zahlen hohe Provisionen für die Vermittlung von Fahrgästen. Aktuell liegen die Provisionen der Apps zwischen 7% und 10%; MyTaxi machte sogar Überlegungen öffentlich, die Provisionen auf 30% des Fahrpreises zu erhöhen. Außerdem veranstalten viele App-Betreiber regelmäßig Rabattaktionen, die wieder zulasten der Unternehmen gehen.

    Vorteile der Listung bei einer Taxi-App

    Während bei der Taxizentrale pauschale Monatsbeiträge fällig werden, zahlen Sie die Provisionen an die App-Betreiber nur für tatsächlich vermittelte Aufträge. Insbesondere Leerstände zwischen zwei Vermittlungen der Taxizentrale können über die App gut abgedeckt werden. Es ist möglich, zweigleisig zu fahren und sich sowohl bei der Taxizentrale zu registrieren, als auch bei einer Taxi-App.

    Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
    +49 228 9550-120

    * Selbstverständlich können Sie den Gratis-Ratgeber auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.