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Belastbare Netzwerke bauen, die durch Krisen tragen – wie geht das?

© fizkes | Adobe Stock

Seit der Corona-Virus große Teile unseres Lebens lahmlegt, kann man deutlich sehen, wie sich online für Selbständige die Spreu vom Weizen trennt: Einige ängstliche Unternehmer*innen wehklagen. Andere bauen über Nacht neue Communities, stampfen gemeinsame Produkte mit anderen aus dem Boden und sind in der Lage, ihr Geschäftsmodell auf digital umzustellen, ganz als wäre es ein Kinderspiel. Wieso sind die so resilient? Ganz einfach. Sie haben sich schon vorher ein starkes Netzwerk aufgebaut.

    Bevor die offline Event-Szene im März 2020 abrupt zum Stillstand kam, hatten Sie als Gründer*in täglich die Wahl zwischen Start-up Brunches, Networking Veranstaltungen und Workshops jeder Größenordnung in Ihrer Region. Jetzt haben Sie eine sogar noch weit größere Auswahl an virtuellen Events, die in jedem sozialen Netzwerk stattfinden. Sie müssen nur im XING-Eventmarkt vorbeisehen, sich auf meetup.com registrieren oder auf Facebook in die Gruppensuche gehen: Schon können Sie sich in einer neuen Community bewegen.

    Networking ist auch für Introvertierte und freiwillige Einzelgänger*innen

    Nicht jedem fällt es leicht, sich virtuell oder offline einfach einer Gruppe fremder Menschen anzuschließen. Vor allem, wenn Sie tatsächlich noch niemanden kennen und einzig die Branche, der Ort oder die offene Fragestellung Sie mit den anderen verbindet, kann es schon ein seltsames Gefühl sein, in einen echten oder digitalen Raum zu gehen. Es ist eben nicht jeder das Modell »Rampensau«, welches sich sogar auf riesigen Fachmessen sofort dynamisch rundherum vernetzt. Aber das ist auch gar nicht nötig.

    Networking für Newbies – 5 Tipps für Offline Networker

    1. Gehen Sie in Ihrem normalen Outfit hin

      Sauber, gepflegt und in dem täglichen Look, der Sie authentisch wiedergibt.

    2. Nie ohne Visitenkarte

      Infos, die Sie anderen bei einem angenehmen Kontakt schnell und unkompliziert geben können.

    3. Nie ohne „Elevator Pitch“

      Sie sollten in der Lage sein, mit wenigen Sätzen und in unter 30 Sekunden Ihr Geschäftsmodell vorzustellen.

    4. Verhaltensregeln

      Freundlich, interessiert – und ganz normal. Networking-Veranstaltungen sind soziale Events, bei denen man nicht durchfallen kann.

    5. Geben, erst dann nehmen

      Menschen, die nur etwas für sich erreichen wollen, sind weniger erfolgreiche Netzwerker als offen Interessierte.

    Vielen Gründenden ist nicht klar, dass bereits die wiederholte freundliche Anwesenheit bei einem regelmäßig stattfindenden Offline-Treffen reicht, um sich nach und nach zu integrieren. Auch schüchterne Leute finden ihren Anschluss: Schließlich sind alle da, um sich zu vernetzen.

    Offline ist es erstaunlicherweise am einfachsten, sich in eine Gruppierung einzusortieren, wenn auch aufwändiger, weil die Anfahrt dazukommt. Doch selbst wenn Sie hingehen und einfach nur alle grüßen, wird es schnell passieren, dass andere Sie ansprechen. Gehen Sie zweimal hin, dann dreimal und schon werden Sie Menschen sehen, die Sie erkennen – die Sie netter grüßen als beim ersten Mal – Sie quasi ganz von selbst fragen, wie es inzwischen läuft. Der nächste Newbie wird Sie für einen Stammgast halten, wahrscheinlich sind Sie es dann auch bereits.

    Networking in virtuellen Communities – so geht’s

    Online und in Foren, Gruppen sowie virtuellen Communities ist die Teilnahme an einem Treffen zwar wesentlich unkomplizierter. Dafür werden Sie dort auch garantiert nur wahrgenommen, wenn Sie auch wirklich etwas beitragen – am besten etwas mit Nutzwert für alle anderen, sobald es sich ergibt. In Zeiten der Corona-Krise lässt sich beobachten, dass viele Unternehmer*innen die Gruppen vor allem nutzen möchten, um dringend eigene Angebote nach vorne zu bringen. Das ist verständlich, aber unfair. Wenn jemand eine Community aufbaut, hegt und pflegt, dann ist diese keine Werbeplattform für alle anderen.

    Sie können auf Ihr Angebot besser aufmerksam machen, indem Sie zeigen, dass Sie ein spannender und interessierter Kontakt sind. Dazu müssen Sie selbst gar nicht mit Knaller-Postings starten. Schauen Sie sich an, was die anderen schreiben. Wenn jemand sich Mühe gibt, bedanken Sie sich. Wenn jemand Input liefert, bedanken Sie sich und stellen Sie Fragen. Wenn jemand Inhalte bereitgestellt hat und Fragen beantwortet, bedanken Sie sich und bieten Sie Unterstützung an, und so weiter. Sollte Ihr Angebot zufällig ein Problem lösen, das es aufgrund der Corona-Krise erst gibt (im Vergleich zu »können Sie Ihrer Meinung nach Ihr Geschäftsmodell jetzt auch mal wieder genutzt werden«), schreiben Sie das am besten dem Gruppen-Administrator persönlich.

    Steter Tropfen höhlt den Stein, so lautet die Devise auch in diesem Fall: Niemand kommt zur virtuellen Tür hinein und baut sich innerhalb von zwei Tagen ein Netzwerk auf. Die Corona-Krise hat die Spielregeln tatsächlich noch etwas verändert, denn es verbindet Menschen schnell und gründlich, wenn sie gemeinsam etwas bewegen wollen.

    Belastbare Netzwerke aufbauen: Vorteile & Chancen

    Wer sich jetzt während der Krise in virtuellen Communities engagiert und dazu beiträgt, dass möglichst vielen Menschen möglichst viel hilfreiche Informationen zur Verfügung gestellt werden, baut sich naturgemäß deutlich schneller wertvolle Kontakte auf. Das ist auch eine sehr gute Möglichkeit, den Leerlauf durch wegbrechende Aufträge zu nutzen.

    Wer bereits über ein starkes Netzwerk verfügt, hat wahrscheinlich schon viel früher erkannt, dass es sich um einen durchlaufenden Prozess handelt, sich solch ein eigenes Umfeld aufzubauen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer gut vernetzt ist, wird als Problemlöser*in, als Experte oder Anbietender für bestimmte Waren oder Dienstleistungen wahrgenommen. Einfach weil es Ihr Name ist, der den anderen als erstes einfällt, wenn jemand etwas aus Ihrer Angebotspalette sucht.

    Das geht Ihnen selbst ja auch nicht anders. Vielleicht veranstalten Sie keine Fachmessen, aber wenn Ihr Kunde eine Messe organisiert und dafür einen begleitenden Fotografen sucht, dann denken Sie mit Sicherheit sofort an die Event-Fotografen, von denen Sie auf Ihrem letzten Netzwerktreffen oder in Ihrem Bekanntenkreis erfahren haben. Entweder weil sie selbst dort waren oder weil jemand tolle Fotos in Auftrag gegeben hatte und diese nun zeigte. Das alte Muster »wer einen kennt, der einen kennt« lässt sich durch aktives Networking enorm verstärken. Doch lokales und regionales Networking ist nicht die einzige Option.

    Branchentreffs, Start-up Konferenzen und große Veranstaltungen

    Selbst die ganz großen und scheinbar völlig anonymen Veranstaltungen sind eine Möglichkeit für Sie, genau passende andere Leute kennen zu lernen, schon bevor sie überhaupt stattgefunden haben. Nutzen Sie XING und LinkedIn, Twitter und Facebook, um sich mit allen zu vernetzen, die Ihnen kompatibel scheinen. Kompatibel bitte nicht mit nützlich verwechseln! Networking hat ein Gschmäckle, wenn man andere Menschen grundsätzlich nur auf ihren Mehrwert abklopft. Wenn die Person kompatibel ist, ergibt sich der Nutzen schon irgendwann von selbst.

    Doch wie finden Sie neue Mitglieder für Ihr Netzwerk, wenn ein Event noch gar nicht stattgefunden hat oder gerade wegen Corona abgesagt wurde? Große Veranstaltungen haben immer eine eigene Website, eine eigene Facebook-Präsenz und einen Twitterkanal, meistens auch noch ein Event auf Linkedin und sind auf Instagram. Notieren Sie sich den #Hashtag zum Event und twittern Sie konsequent mindestens während Ihrer Teilnahme und als Fazit Ihre Überlegungen und Ihr Feedback unter Verwendung dieses Hashtags.

    Wo Veranstalter werben, äußern sich Kontakte, gibt es Kommentare und werden auch Menschen erwähnt. Überall dort sehen Sie also Leute, bei denen es von den Themen her passt. Als Verfasser von Beiträgen, als Interviewpartner, als Kritiker, als Kommentatoren. Schauen Sie sich sorgfältig um: Welche Kontakte, Firmen oder Sponsoren wären besonders interessant für Sie? Welche Speaker bereichernd? Wer kommentiert häufig und ist deswegen »sichtbar« und ansprechbar? Wenn Sie dann die Kontaktaufnahme mit einem »Ich habe gesehen, wir sind beide an XYZ interessiert« eröffnest, stehen die Chancen auf einen spannenden neuen Netzwerk-Kontakt ganz gut.

    Überlegen Sie also, was Sie erleben, wen Sie virtuell erreichen wollen und was Ihre Ergebnisse sein sollten. Was würden Sie bei einem Offline-Event tun, um solche Ziele zu erreichen: Kunden finden, eine Marke bekannter machen, Sponsoren bekommen, Kooperationen anstreben, Erwähnungen in den Medien erreichen oder generell neue Kontakte aufbauen?

    Jeder Kontakt hat weitere Kontakte

    Wenn Sie sich für sich entschieden haben, was Sie gerne durch Networking erreichen würden, gehen Sie gleich viel konkreter vor. Jeder neue Kontakt hat wieder eigene Kontakte und könnte als Multiplikator dienen, wenn es sich ergibt. Damit es sich auch wirklich ergibt, mischen Sie aktiv mit, wann immer es inhaltlich passt – seien Sie immer aufgeschlossen für eine neue Verknüpfung und so hilfsbereit wie vernünftig, dann haben Sie in einer Krise wie dieser automatisch ein spannendes und tragfähiges Umfeld.

    Sie können nicht durchfallen beim Versuch, aktiveres Networking zu betreiben, sondern nur gewinnen. Jeder Kontakt zählt.

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