• +49 228 9550-120
Marke der Produktfamilie

Von der Idee zum Geschäftsmodell: Das Business Model Canvas

Urheber: VectorMine | Adobe Stock

Sie haben eine Geschäftsidee gefunden, die vielversprechend erscheint und den weiteren Ausbau lohnt. Spannend! Jetzt tritt Ihre Gründungsidee aber in die nächste Phase ein: Die Idee muss validiert und zum Geschäftsmodell hin entwickelt werden, damit sie Ihnen auch wirklich den erhofften Erfolg bringt: Wo liegen die Vorteile und Potenziale, wo die vermuteten Sollbruchstellen? Wir erklären, wie aus einer Geschäftsidee, die bisher nur in Ihrem Kopf oder auf Papier existiert, ein funktionierendes Geschäftsmodell wird, das Ihnen den gewünschten Umsatz bringen kann.

    So entwickeln Sie Ihr Geschäftsmodell

    Zahlreiche Entscheidungen werden Ihren Weg als Unternehmer/in ab jetzt bestimmen, wenn Sie sich zur Gründung entschlossen haben. Damit Sie dabei immer eine fundierte Basis vorliegen haben, um auch wirklich gute Beschlüsse fassen zu können, benötigen Sie Informationen und Strukturen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass man nur den richtigen Ansatz bzw. „Modellbaukasten“ benötigt und diese Anforderung damit quasi als gelöst betrachten kann.

    Das stimmt aber nicht: Das wichtigste Werkzeug für die Entwicklung Ihres Geschäftsmodells ist und bleibt die App zwischen Ihren Ohren. Alle anderen sind nur ergänzende Tools, denn moderne Planungswerkzeuge für die Entwicklung von Geschäftsmodellen ersetzen nicht die geistige Arbeit, die mit dem Entwickeln und Validieren einhergeht.  

    Die hübschen klaren Oberflächen der populären Werkzeugboxen verführen zu der Annahme, dass diese Aufgaben sich durch Anordnen der Informationen oder per Drag and Drop lösen lassen – es geht hier aber nicht nur um die übersichtliche Planung und Beschreibung der Geschäftsidee. Die wahre Herausforderung ist das Testen der Geschäftsidee und das Verändern oder sogar Verwerfen eben dieser – das buchstäbliche Entwickeln eines Geschäftsmodells. Behalten Sie das unbedingt im Hinterkopf: Es nur abzubilden und nicht wirklich zu prüfen ist eine der häufigsten Stolperfallen auf dem Weg zu einem brauchbaren Businessplan.  

    Ein gutes und bewährtes Werkzeug, zu dem sich viele Ideen und Hilfestellungen online finden, ist das Brainstorming und Development Tool „Business Model Canvas“. Ein „Canvas“, das ist eine Leinwand, die darauf wartet, mit den Details Ihrer Geschäftsidee befüllt zu werden, um dann strategische Überlegungen zu ergänzen und am Ende eine klare Linie und eine Idee davon zu erhalten, wie es weitergehen kann. 

    Geschäftsmodelle analysieren und beschreiben mit dem „Business Model Canvas“ 

    Mit dem Business Model Canvas lässt sich das Wesentliche Ihres Konzepts übersichtlich darstellen. Es hat sogenannte „Building Blocks“, mit denen sich alle relevanten Aspekte Ihres entstehenden Geschäftsmodells abbilden lassen: 

    • Nutzenversprechen (Value Proposition)
    • Kundensegmente
    • Kundenbeziehung
    • Kundenkanäle
    • Umsatzströme
    • Schlüsselressourcen
    • Schlüsselaktivitäten
    • Schlüsselpartner
    • Kostenstruktur

    Konkret sieht das dann so aus: Mit dem BMC sehen Sie, was Ihre Geschäftsidee wirklich antreibt und was nicht. Die Konzentration liegt auf dem Nutzen für die potenzielle Kundschaft, denn es ist vor allem ein übersichtliches Brainstorming-Tool, um sich detaillierte Gedanken über ein Geschäftsmodell zu machen. Neue Dinge probieren und verschiedene Modelle parallel auszutesten ist ganz einfach und so kommen Sie Schwachstellen schneller auf die Spur, als wenn Sie dafür einen unübersichtlichen und umfangreichen Businessplan wälzen müssen.  

    Entwickelt wurde das BMC von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur. Die ersten 46 Seiten der englischsprachigen Ausgabe des Buchs „Business Model Generation“ mit der Beschreibung der Building Blocks sind als kostenloser Download auf der Webseite des Buchs verfügbar. 

    Das Business Model Canvas (BMC) anwenden 

    Der einfachste Weg, komfortabel das BMC anzuwenden, besteht darin, die „Business Model Canvas“-Vorlage hier auszudrucken, und zwar möglichst groß, zum Beispiel im A0-Format im Copyshop, oder selbst zusammenzustellen. Auch eine hilfreich und ausführlich beschriftete deutsche Version als Hilfestellung zur Entwicklung eines eigenen BMC gibt es online kostenlos hier.

    Der Plan ist außerdem für ca. 40 €, inklusive Porto auch im Handel erhältlich  – und dann sofort auf PVC gedruckt und mit Haftnotizen beliebig wiederverwendbar. Eine lohnende Investition, wenn Sie Produkte entwickeln. Digitale Lösungen gibt es natürlich auch, wobei es angeblich noch ganz andere Brainstormings in den Gedankenfluss bringt, wenn Ihre „Leinwand“ ein haptisches, greifbares Erlebnis ist und Sie die Klebezettel manuell beschriften und positionieren. Letzten Endes ist das aber Geschmackssache. 

    Business Model Canva digital anwenden: https://canvanizer.com/new/business-model-canvas 

    Die 10 Building Blocks in der logischen Reihenfolge 

    Wichtig ist, mithilfe von Haftzetteln Gedanken zu visualisieren und Anmerkungen festzuhalten, die sich bei Bedarf wieder verschieben oder entfernen lassen. Bei der Diskussion der 10 Elemente wird typischerweise in einer bestimmten Reihenfolge vorgegangen:

    1. Kundensegmente / Customer Segments: Für wen wird ein Wert geschaffen? Wer sind Ihre Kunden?
    2. Wertangebote / Value Proposition: Welchen Nutzen werden Sie für diesen Kunden anbieten?
    3. Kanäle/ Channels: Auf welchen Wegen und über welche Touch-Points erreichen Sie dieses?
    4. Kundenbeziehungen / Customer Relationsships: Wie sieht die Beziehungspflege im Detail aus?
    5. Einnahmequellen / Revenue Streams: Welche Einnahmequellen gibt es, welche beim Wettbewerb?
    6. Schlüsselressourcen / Key Resources: Welche Infrastruktur und Ressourccen werden gebraucht?
    7. Schlüsselaktivitäten / Key Activities: Was ist nötig, um den Kundennutzen zu erfüllen?
    8. Schlüsselpartner / Key Partners: Wer sind die wichtigsten Partner, Zulieferer und für was?
    9. Kostenstruktur / Cost Structure: Welche Kostenstruktur ergibt sich aus den Planungen?
    10. Welche Schlüsselressourcen/Schlüsselaktivitäten sind die Kostentreiber?

    Weil das alles ohne Ihre konkrete Geschäftsidee sehr theoretisch klingt und schwer greifbar erscheint, habe ich Ihnen ein Beispiel herausgesucht, wie das Business Model Canvas für den Microblogging-Dienst Twitter ausgesehen haben könnte: Artikel von Werner Sammer, „Dein Geschäftsmodell kompakt“.  

    Bevor Sie an Ihre eigene Idee gehen, können Sie ebenfalls spielerisch ein Beispiel durchgehen – wie sah wohl das Modell für mit Vanille aromatisierten Schwarztee aus, wie das für einen Coworking Space in einer Metropole und wie das Geschäftsmodell einer Person, die das Catering einer Kantine mit einem eigenen Angebot ablösen will? Es macht Spaß und ist so lehrreich wie unbefangen, an Beispielen zu arbeiten. Ihre eigene Geschäftsidee profitiert davon, wenn sie nicht das erste Modell ist, das Sie mit Planungshilfen einmal strategisch durchgeackert haben. 

    Nutzenversprechen für Produkt/Dienstleistung – und die Logik dahinter 

    Geschäftsmodelle setzen sich aus vielen unterschiedlichen Elementen zusammen, die für den Erfolg dann später halbwegs nahtlos ineinandergreifen müssen. Das heißt aber deshalb nicht, dass „Perfektion“ Ihr Ziel sein sollte: Setzen Sie immer vor allem auf den Nutzen für die Zielgruppe und die Machbarkeit, prüfen Sie den vorhandenen Wettbewerb und klären Sie die Finanzierung.  

    Das Canvas-Modell hilft dabei, den Überblick zu behalten. Es ist einfach und bezahlbar, für kleine Gründungen ebenso wie für komplexe Start-up-Ideen geeignet. Wir empfehlen daher, damit anzufangen, bis sich alles so anfühlt, als könnten Sie Ihre Geschäftsidee nun ins Rennen schicken – mit einem Businessplan nämlich.

    Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
    +49 228 9550-120