Einkommensteuer: Wie Sie mit diesen Tipps als Kleinunternehmer mehr als 3.000 € sparen

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Viele Ausgaben, die Sie womöglich noch Ihrem Privatbereich zuordnen, dürfen Sie ganz legal auf Ihr Unternehmen verlagern und somit absetzen

Geht es Ihnen wie so vielen Einzelunternehmern, bei denen betriebliche und private Aktivitäten immer mehr ineinanderfließen? Dann kommt es sicherlich auch bei Ihnen oft vor, dass Sie

  • während eines privaten Einkaufs gleich noch Betriebsbedarf mitnehmen
  • Ihre Kunden mit Getränken und Knabbereien aus Ihrer Privatküche versorgen
  • beim Restaurantbesuch mit dem ebenfalls selbstständigen Freund ungeplant nur über Geschäftliches reden

 

Einkommensteuer-Spartipp 1: Erkennen Sie versteckte Betriebsausgaben

Bevor Sie in solche Situationen geraten, machen Sie sich bitte noch einmal klar: Um betriebliche Ausgaben als Betriebsausgaben absetzen zu können, brauchen Sie einen Beleg. Achten Sie deshalb schon bei der Beschaffung darauf, dass Sie jede betriebliche Ausgabe mit einer korrekten Quittung oder Rechnung nachweisen können. Es ist unerheblich, ob auf demselben Beleg auch privat gekaufte Artikel stehen, solange Sie nur die Kosten der betrieblich veranlassten Einkäufe in Ihre Buchführung übernehmen. Sammeln Sie deshalb alle – wirklich alle – betrieblichen Belege sorgfältig, statt sie zusammen mit irgendwelchen Tüten und Verpackungen zu „vermüllen“.

Machen Sie das auch dann, wenn es nur um Kleinbeträge geht. Am Monatsende können Sie den Quittungsstapel dann in Ihre betriebliche Belegsammlung einsortieren und die einzelnen Ausgaben auf den Betriebsausgabenkonten verbuchen. Oft werden Sie erstaunt feststellen, welch stattlicher Betrag auf diese Weise zusätzlich zu Ihren „üblichen“ Betriebsausgaben zusammenkommt.

 

Einkommensteuer-Spartipp 2: Machen Sie Fahrten mit dem Privatauto geltend

Sicher haben Sie schon viel darüber gelesen, wie ein Unternehmer ein Auto als Geschäftswagen absetzen kann. Begriffe wie „Fahrtenbuch“ und „1-%-Methode“ schwirren Ihnen im Kopf herum, und vielleicht haben Sie für sich beschlossen, dass Sie gar keine Zeit haben, sich in dieser Sache schlau zu machen. Dennoch haben Sie ein schlechtes Gewissen und befürchten, etwas falsch zu machen und dem Fiskus Geld zu schenken? Das stimmt zum Teil! Nutzen Sie Ihr Auto zu mehr als 50 % betrieblich, müssen Sie es in Ihr Betriebsvermögen einlegen und sich mit den Folgen beschäftigen – mehr dazu in Ihrem Handbuch im Beitrag G24 „Geschäftswagen absetzen“. Wenn Sie aber nur gelegentlich betrieblich veranlasste Fahrten unternehmen, können Sie es sich ganz einfach machen – und den Fiskus dennoch an Ihren Kosten beteiligen! Das geht so: Führen Sie eine einfache Liste (oder ein Fahrtenbuch) über Ihre betrieblichen Fahrten mit einem privaten Pkw (Ihrem eigenen Auto, dem Ihres Partners, Ihrer Eltern, eines Freundes etc.). Notieren Sie darin zu jeder Fahrt

  1. das Datum
  2. den betrieblichen Anlass inklusive Fahrtziel sowie
  3. die betrieblich gefahrenen Kilometer

Jeden so nachgewiesenen Kilometer dürfen Sie pauschal mit 0,30 € absetzen (diese Pauschale stammt aus dem Bundesreisekostengesetz und wird von der Finanzverwaltung anerkannt; eine Erhöhung wird diskutiert, ist derzeit aber noch nicht durchsetzbar).  Im Laufe eines Jahres kommt bei so geringem Aufzeichnungsaufwand oft ein stattlicher Betrag zusammen.

 

Einkommensteuer-Spartipp 3: Setzen Sie auch die zu Hause genutzten Arbeitsmittel ab

Erledigen Sie betriebliche Arbeiten zu Hause, sind alle Kosten der hierfür benötigten Arbeitsmittel Betriebsausgaben. Ob Sie ein häusliches Arbeitszimmer haben oder die Tätigkeiten am Küchentisch erledigen, ist hierfür unerheblich. Als Arbeitsmittel gelten

  • unmittelbar arbeitsfördernde Einrichtungsgegenstände wie Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Bücherregal, Büroschrank, Schreibtischlampe etc., und zwar unabhängig vom Material und von der Stilrichtung,
  • Arbeitsgeräte (PC, Taschenrechner, Locher etc.)
  • Büromaterial (Stifte, Papier)

 

Einkommensteuer-Spartipp 4: Legen Sie Privatgegenstände in den Betrieb ein

Jeder Unternehmer wird das kennen: Gegenstände, die er eigentlich für seinen Privatbedarf gekauft oder geschenkt bekommen hat, dienen plötzlich nur noch dem Betrieb:

  • Mit der privaten Digitalkamera werden nicht länger Urlaubs-, sondern nur noch Werbefotos geschossen.
  • Der Kaffeevollautomat wandert aus der Privatküche ins betriebliche Wartezimmer für Kunden/Patienten.
  • Der massive Aktenschrank vom verstorbenen Onkel macht sich im häuslichen Arbeitszimmer gut.

Legen Sie einen solchen Gegenstand in Ihr Betriebsvermögen ein, dürfen Sie seinen Wert absetzen – und zwar nach denselben Regeln, als hätten Sie ihn für Ihren Betrieb eingekauft. Den Einlagewert ermitteln Sie so (§ 6 Abs. 1 Nr. 5 sowie § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG):

Im Regelfall bewerten Sie das eingelegte Gut mit dem sogenannten Teilwert, den Sie schätzen. Orientieren Sie sich an Gutachten, Internet-Angeboten oder Listen für gebrauchte Wirtschaftsgüter.

Ausnahme 1:

Liegt die private Anschaffung nur bis zu 3 Jahre zurück, ziehen Sie von den ursprünglichen Brutto-Anschaffungskosten die gesetzliche Mindestabschreibung nach § 7 EStG ab, um zum Einlagewert zu kommen.

 

Ausnahme 2:

Haben Sie das betreffende Gut schon im Rahmen von Überschuss-Einkünften (z.B. Arbeitnehmer-Tätigkeit, Vermietung) teilweise abgeschrieben, müssen Sie diese Abschreibungen vom geschätzten Teilwert bei der Einlage abziehen – aber nur bis maximal zur Höhe der fortgeschriebenen Anschaffungskosten (= „Buchwert“ bei der Einlage). Die Einlage selbst funktioniert ganz einfach. Sie schreiben sich einen Eigenbeleg darüber, wie Sie den Einlagewert ermittelt haben und ab wann Sie das betreffende Gut betrieblich nutzen. Ggf. müssen Sie das Gut mit diesen Angaben auch noch in Ihr GWG-Verzeichnis oder Anlageverzeichnis aufnehmen.

 

Einkommensteuer-Spartipp 5: Stellen Sie Ihren Partner als 450-€-Kraft ein

Oft ist es so, dass Ihr Partner ohnehin mit Aufgaben für Ihren Betrieb beschäftigt ist. Vielleicht erledigt er oder sie die Buchführung, wartet Ihre Bürotechnik, fährt für Sie regelmäßig zum Großmarkt, unterstützt Sie stundenweise im Verkauf etc.? Dann machen Sie einen offiziellen Arbeitsvertrag daraus.

Steuerlich besonders rentabel ist das, wenn Ihr Partner als 450-€-Kraft für Sie tätig werden kann (siehe Beitrag A88 „Aushilfen, geringfügig entlohnt“). Vorteile:

  1. Sie können die Lohnsteuer pauschal mit 2 % abführen, womit die komplette Steuer abgegolten ist.
  2. Sie setzen die Lohnzahlung inklusive aller Abgaben als Betriebsausgabe ab. So können Sie mehr Steuern sparen, als Sie an Abgaben zahlen.
  3. Ist Ihr Partner Ihr Arbeitnehmer, dürfen Sie ihm zudem die üblichen steuer- und sozialabgabenfreien Gehaltsextras gewähren, die ggf. auch andere Mitarbeiter von Ihnen erhalten. Auf diese Weise verlagern Sie an sich private Kosten ganz legal auf Ihren Betrieb.

Ein beliebtes, abgabenfreies Gehaltsextra ist beispielsweise das Überlassen eines betrieblichen Handys auch für private Gespräche. Bezahlen Sie ein solches für den bei Ihnen angestellten Partner, entstehen Ihnen absetzbare Betriebsausgaben. Ihr Partner dürfte ein privat angeschafftes und unterhaltenes Handy hingegen nicht absetzen. Das vorgestellte Modell rentiert sich schon für Sie, wenn Sie Ihrem Partner einen Monatslohn von 450 € zahlen und Ihr persönlicher Grenzsteuersatz 23 % beträgt (oder wenn Ihr Partner privat krankenversichert ist, weil dann die Abgaben an die Minijob-Zentrale geringer ausfallen).

 

Autor_in: Redaktionsteam „selbststaendig.com“

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