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Firmennamen ändern: Das sollten Sie wissen!

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Firmennamen ändern

Der Firmenname ist das Aushängeschild eines jeden Unternehmens. Er ist grundlegend für Vertragsabschlüsse, aber auch für alle anderen Vorgänge im wirtschaftlichen Miteinander. Dennoch kann sich die Notwendigkeit einer Änderung ergeben. Ob das möglich ist und was Sie beachten sollten, wenn Sie den Firmennamen ändern wollen, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Änderung des Firmennamens

Wer als Existenzgründer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, der steht schon gleich zu Beginn des eigenen Unternehmens vor einer schwierigen Entscheidung. Ein Firmenname muss gefunden werden: Dieser sollte einerseits eingängig sein und andererseits den gesetzlichen Anforderungen genügen. Immer wieder kommt es aber vor, dass im Verlauf der eigenen Geschäftstätigkeit der Wunsch aufkommt, den Firmennamen zu ändern. Ob dies überhaupt möglich ist und was Sie beachten sollten, wenn Sie den Firmennamen ändern wollen, erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel.

Grundsätzliches zur Wahl des Firmennamens

Als Existenzgründer haben Sie sicher die Erfahrung gemacht, dass die Suche nach einem geeigneten Firmennamen häufig schwieriger ist, als zunächst angenommen. Der Firmenname ist dabei grundsätzlich die Bezeichnung, unter der Ihr Unternehmen im Handelsregister eingetragen wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist auch der Begriff „Firma“ geläufig – dies ist aus rechtlichen Gesichtspunkten jedoch nicht immer richtig.

Eine Firma ist nach dem Willen des Gesetzgebers nur dort anzunehmen, wo das Unternehmen auch tatsächlich im Handelsregister eingetragen ist. Unternehmen ohne eine entsprechende Eintragung sind keine Firma! Dies trifft vor allem auf die vielen Kleingewerbe zu, die von der Pflicht zur Gewerbeeintragung befreit sind. Im Gewerberegister eintragen müssen sich demgegenüber alle Unternehmer, die

  • kaufmännisch organisiert sind / als Kaufleute tätig sind
  • das Merkmal der Freiberuflichkeit nicht erfüllen
  • einen bestimmten Umsatz erzielen (im Einzelhandel 250.000 Euro, im Großhandel und in der Produktion 400.000 bis 500.000 Euro)
  • der Buchhaltungspflicht unterliegen
  • Personal mit Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnissen beschäftigen.
Wichtig zu wissen: Eine „Firma“ liegt tatsächlich nur dort vor, wo das Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist. Eine Unternehmensbezeichnung haben daneben aber auch andere im Geschäftsbereich tätige Personen.

Lassen sich Firmennamen ändern?

Wenn Sie sich einmal für einen Firmennamen entschieden haben, dann ist dieser nicht nur das für alle sichtbare Aushängeschild in Ihrem Unternehmen. Er gibt häufig auch einen Hinweis auf die Rechtsform, die Sie für Ihr Unternehmen gewählt haben. Im wirtschaftlichen Alltag kann sich dennoch die Notwendigkeit einer Änderung ergeben.

Ein Grund für die Änderung des Firmennamens ist zum Beispiel die Weiterentwicklung des Unternehmens. Diese kann dann dazu führen, dass sich die Ausrichtung bzw. der Schwerpunkt des Unternehmens ändert und der einst gewählte Firmenname nicht mehr passend ist.

Rechtlich ist der einmal gewählte Firmenname nicht „in Stein“ gemeißelt: Auch später sind Sie als Selbstständiger frei darin, eine Änderung in Erwägung zu ziehen.

Wichtig zu wissen: Wenn Sie Ihren Firmennamen ändern, ist es mit einer Änderung des Adressaufklebers am Briefkasten nicht getan. Vielmehr ist es notwendig, dass Sie auch alle Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner über die Änderung unterrichten sowie Ihren Webauftritt bzw. Ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken an den neuen Firmennamen anpassen.

 

Daneben sind aber auch noch andere Gründe denkbar, die zu einer Änderung des Firmennamens führen können:

  • Markenrecht: Es bestehen ältere Rechte von anderen Unternehmen, die eine Nutzung des gewählten Firmennamens verhindern.
  • Reputation: Der gewählte Firmenname ist im geschäftlichen Miteinander nicht eindeutig oder verursacht negative Assoziationen.
  • Globale Ausrichtung: Ein Firmenname mit regionalem Bezug kann hinderlich sein, wenn Ihr Unternehmen wächst – auch hier kann es von Vorteil sein, wenn Sie Ihren Firmennamen ändern.

Änderung des Firmennamens einer GmbH

Die oben genannten Grundsätze gelten nur dann, wenn es sich bei dem Unternehmen nicht um eine GmbH handelt. Wenn Sie den Firmennamen einer GmbH ändern möchten, sind andere rechtliche Regelungen einschlägig, die einer Beachtung bedürfen.

Die GmbH ist mit dem gewählten Firmennamen bzw. der individuellen Firmenbezeichnung im Handelsregister eingetragen. Der Firmenname wurde dazu (im Regelfall bei der Gründung der GmbH) im Rahmen einer Gesellschafterversammlung gem. §§ 48ff. des GmbH-Gesetzes (kurz: GmbHG) beschlossen und ist im Gesellschaftsvertrag festgehalten.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Firmennamen ändern zu wollen, dann braucht es bei der GmbH dazu eine Änderung des Gesellschaftsvertrages. Das setzt voraus, dass Sie eine Gesellschafterversammlung einberufen, die die Namensänderung beschließt. In der wirtschaftlichen Praxis ist diese Vorgehensweise häufig durch Schwierigkeiten gekennzeichnet: Immerhin müssen Sie die Gesellschafter von Ihrer Idee überzeugen – sollte die Mehrheit der Gesellschafter gegen eine Namensänderung stimmen, können Sie den Firmennamen nicht ändern.

Das müssen Sie beachten, wenn Sie den Firmennamen ändern wollen

Solange es sich bei Ihrem Unternehmen nicht um eine GmbH handelt, ist die Änderung des Firmennamens einfach und unproblematisch. Dennoch sollten Sie einige Hürden im Hinterkopf behalten, die regelmäßig zu beachten sind, wenn Sie den Firmennamen Ihres Unternehmens ändern.

  1. Sie fangen wieder von Null an: Mit Ihrem bisherigen Firmennamen haben Sie nicht nur Kunden und Geschäftspartner gewonnen, sondern sich auch einen Namen gemacht und dabei eine Reputation und Bekanntheit aufgebaut. Wenn Sie nun Ihren Firmennamen ändern, fangen Sie wieder von vorne an – und möglicherweise gehen dabei auch Kunden und Geschäftspartner verloren.
  2. Ihre Kanäle müssen neu ausgerichtet werden: Ob Social Media-Profile oder die eigene Webseite – wenn Sie den Firmennamen ändern, sind auch Ihre online-Profile von der Namensänderung betroffen. Häufig führt dies dazu, dass die bisher gewohnte Reichweite zurückgeht. Marketingmaßnahmen sind dann eine gute Möglichkeit, um die Reichweite wieder zu optimieren.
  3. Die Namensänderung verursacht Kosten: Zwar ist es einfach, den Firmennamen zu ändern – allerdings ist die Änderung auch mit Kosten verbunden. Die Änderung auf Visitenkarten, Briefpapier kostet Geld, dazu kommt in der Regel ein neues Logo oder sogar eine komplett überarbeitete Corporate Identity: Das alles ist mit Kosten verbunden, die Sie berücksichtigen sollten.

Wie und wo ändere ich den Firmennamen?

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler benötigen Sie für die Änderung Ihres Firmennamens nichts weiter als die Umstellung auf den neuen Firmennamen. Ist Ihr Unternehmen eine Gesellschaft, sieht das schon wieder anders aus – gerade für eine GmbH ist es aus rechtlichen Gründen nicht so einfach, den Firmennamen zu ändern (siehe oben).

Wichtig ist, dass Sie den neuen Firmennamen auch entsprechend bekanntgeben. Informieren Sie Geschäftspartner und Kunden darüber, dass sich der Firmenname geändert hat und dass damit keine wesentliche Änderung im wirtschaftlichen Miteinander verbunden ist. Eine „heimliche“ Namensänderung ist erfahrungsgemäß immer mit einem Vertrauensverlust verbunden: Diesem sollten Sie aktiv entgegenwirken.

Eine gute PR-Arbeit ist bei der Änderung des Firmennamens wichtig. Lassen Sie sich hierbei von Experten unterstützen.

Wichtig zu wissen: Als Webseitenbetreiber müssen Sie nicht nur den eigenen Internetauftritt überarbeiten und an den neuen Firmennamen anpassen. Auch im Bereich SEO (Abkürzung für Search Engine Optimization, zu deutsch: Suchmaschinenoptimierung) kommen dann Aufgaben auf Sie zu. So müssen zum Beispiel Backlinks überprüft und ggf. einer Korrektur unterzogen werden.

Kosten für die Änderung

Die Kosten für eine Änderung des Firmennamens lassen sich nur schwer pauschal benennen. Aufgrund der vielen Einzelschritte ist die Gesamtsumme immer äußerst individuell und unterscheidet sich von Fall zu Fall. Die Ummeldung beim Gewerbeamt kostet zwischen 20 und 30 Euro; ist zur Änderung des Firmennamens auch eine Änderung im Handelsregister notwendig, kommen daneben weitere Kosten in Form von Bearbeitungsgebühren und / oder Notarkosten auf Sie zu. Bei einer Mitgliedschaft in Verbänden oder Organisationen kann auch die Änderung des Firmennamens dort mit Kosten verbunden sein.

Daneben sind auch die oben genannten Kosten für PR-Maßnahmen zu berücksichtigen sowie die Kosten für ein mögliches Outsourcen der damit verbundenen Aufgaben.

Autor_In: Susanne Khammar

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