Firmierung ändern: Das passiert bei einer Umfirmierung!

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Firmierung ändern

Eine Umfirmierung kann aus unterschiedlichen Gründen in einem Unternehmen notwendig werden. Wenn Sie die Firmierung ändern wollen, dann sollten Sie dafür eine entsprechende Vorbereitungszeit einplanen und die Kosten realistisch kalkulieren. Nur so gelingt der Abschied vom alten Firmennamen und der Neustart mit dem neuen Firmennamen. Was es noch zu beachten gilt, zeigen wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen die Firmierung ändern wollen, dann wird dieser Vorgang rein rechtlich als Umfirmierung bezeichnet. Bei der Umfirmierung ändert sich zwar die Firmenbezeichnung, nicht aber die Rechtsform oder die Rechtsstruktur des Unternehmens. Eine Umfirmierung macht immer dann Sinn, wenn Sie den Handelsnamen Ihrer Firma ändern wollen. Zwar haben Sie sich schon bei der Gründung für einen scheinbar geeigneten Firmennamen entschieden – dennoch kann es vorkommen, dass Sie nach einiger Zeit die Firmierung ändern wollen oder müssen.

Wir zeigen, was Sie bei einem Namenswechsel beachten sollten und welche rechtlichen Grenzen bei der Umfirmierung gegeben sind!

Wann kommt eine Änderung der Firmierung in Betracht?

Eine Umfirmierung ist immer dann von Bedeutung, wenn es darum geht, den Firmennamen eines Unternehmens zu ändern. Der Wunsch nach einer Änderung kann unterschiedliche Gründe haben:

  • Firmenname ist unpassend: Zwar haben Sie sich bei der Firmengründung für einen scheinbar passenden Namen entschieden. Im unternehmerischen Alltag hat sich dieser aber als unpassend erwiesen. Dies kann zum Beispiel daran liegen, dass bei Kunden oder Partnern ein falscher oder sogar schlechter Eindruck bezüglich der Leistungen erweckt wird. Wer sich hier dafür entscheidet, die Firmierung zu ändern, wird Wert darauf legen, den neuen Firmennamen passender zu wählen.
  • Firmenname ist zu kompliziert: Kreativ ist nicht unbedingt auch praktisch – ein ausgefallener Firmenname kann sich im Alltag als zu kompliziert erweisen. Das gilt ganz besonders dann, wenn der Firmenname oft falsch geschrieben wird. Gleiches ist einschlägig, wenn der Firmenname wenig einprägsam ist: Auch dann sollten Sie nach einigem Überlegen die Firmierung ändern bzw. anpassen.
  • Kerngeschäft des Unternehmens ändert sich: Wenn sich die Ausrichtung im Unternehmen ändert, hat das oft Auswirkungen auf den Firmennamen. Sie werden die Firmierung ändern wollen, wenn sie nicht mehr zum Betrieb passt – das gilt auch, wenn sich zum Beispiel durch Kooperationen oder Zusammenschlüsse völlig neue Betätigungsfelder ergeben.
  • Firmenname sorgt für rechtliche Schwierigkeiten: Auch aus markenrechtlicher Sicht kann es nötig sein, den Firmennamen zu ändern. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn ein anderes Unternehmen einen bereits bestehenden Anspruch auf den Firmennamen geltend macht.

Wichtig zu wissen: Um genau solche Schwierigkeiten und Situationen zu vermeiden, sollten Sie bereits vor der Existenzgründung eine genaue Prüfung bezüglich des passenden Firmennamens durchführen. Diese Prüfung beinhaltet auch eventuelle Ansprüche von anderen Unternehmen – hier können Sie also schon frühzeitig rechtlichen Problemen aktiv entgegenwirken.

Firmierung ändern: Wen muss ich über die Umfirmierung informieren?

Wenn Sie die Firmierung ändern wollen, dann ist dies nicht nur mit einer Änderung im Briefkopf getan. Als Unternehmer müssen Sie die Umfirmierung auch nach außen hin kommunizieren: Das betrifft nicht nur Kunden und Auftraggeber, sondern ebenso Lieferanten und Geschäftspartner. Wer stillschweigend davon ausgeht, dass die eigenen Kontakte eine Umfirmierung automatisch mitbekommen, wird in der Regel durch Umsatzeinbußen bestraft. Dementsprechend gehört es zu einer professionellen Unternehmenskultur, dass Sie von sich aus auf Ihre Kontakte zugehen und über die Umfirmierung informieren.

Das gilt ganz besonders auch für den online-Bereich. Wenn Sie die Firmierung ändern, müssen Sie auch den Internet-Auftritt Ihres Unternehmens anpassen – denken Sie dabei auch an interne Verlinkungen und Backlinks!

Wichtig zu wissen: Backlinks sind gerade beim Ranking über die bekannten Suchmaschinen ein wichtiger Parameter. Es sollte Ihnen daher daran gelegen sein, dass diese Backlinks nicht ins Leere laufen. Das passiert aber schnell, wenn sich die gesamte Internetadresse ändert – hier müssen dann Weiterleitungen gesetzt werden. Ein kompetenter Experte kann Ihnen hierbei wertvolle Hilfestellung geben. Auch online stehen Ihnen dazu wertvolle Tools zur Verfügung: So bieten Hoster häufig an, die Einrichtung von Weiterleitungen zu übernehmen.

Aus rechtlichen Gesichtspunkten erfordert die Umfirmierung einmal eine Anzeige über die Änderung beim Gewerbeamt. Dafür wird regelmäßig keine Gebühr erhoben. Die Anzeige kann bei vielen Gewerbeämtern auch komfortabel per Online-Formular vorgenommen werden.

Neben der Anzeige der Namensänderung beim Gewerbeamt müssen Sie die Namensänderung aber auch aus markenrechtlichen Überlegungen heraus berücksichtigen. Das bedeutet für den Fall, dass Sie die Firmierung ändern: Löschung der nicht mehr verwendeten Marken und Eintragung der neuen Marken. Dies ist mit Kosten in nicht unerheblicher Höhe verbunden – auch diese sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie eine Umfirmierung in Erwägung ziehen.

Was ist bei der Umfirmierung einer GmbH oder UG zu beachten?

Wenn Sie die Firmierung ändern wollen und Ihr Unternehmen als GmbH oder UG im Wirtschaftsverkehr auftritt, dann bedarf die Umfirmierung auch einer Änderung des Gesellschaftsvertrags. Dieser Vorgang bedarf – genau wie die Gründung der Gesellschaft – der notariellen Beurkundung und verursacht ebenfalls Kosten.

Wichtig zu wissen: Um die Firmierung zu ändern, bedarf es der Änderung im Gesellschaftsvertrag. Dies ist aber nur dann möglich, wenn sich die Gesellschafter diesbezüglich auch einig sind. Ein Gesellschafterbeschluss erfolgt nach § 53 I GmbHG und bedarf der qualifizierten Mehrheit. Entscheidend sind dabei die abgegebenen Stimmen. Es reicht daher regelmäßig nicht aus, dass nur einer der Gesellschafter den Wunsch hat, die Firmierung zu ändern – dieser Wunsch sollte vielmehr von der Mehrheit der Gesellschafter getragen sein.

Welche Kosten verursacht eine Umfirmierung?

Ein neuer Name ist schnell gefunden – doch viel zu oft sind sich Unternehmer nicht sicher, welche Kosten bei einer Umfirmierung überhaupt auf sie zukommen. Neben den bereits genannten Kosten in Form von Ummeldung beim Handels- bzw. Gewerberegister sowie die möglichen Kosten, die durch die notarielle Beurkundung auf Sie als Unternehmer zukommen, sind auch Werbe- und Marketingkosten oft ein großer Posten im eigenen Budget.

Dazu zählen zum Beispiel:

  • Werbeanzeigen
  • Informationsbroschüren
  • online-Anzeigen
  • Neugestaltung Online-Auftritt
  • Flyer
  • neues Briefpapier
  • neues Logo
  • Verpackungen
  • Versandmaterial.

Wichtig zu wissen: Alleine die Kosten für das Online-Marketing können schnell ein knappes Budget sprengen. Das ist insbesondere durch den Umstand gegeben, dass in Bezug auf Suchmaschinenoptimierungen und Werbeanzeigen im Internet kein Limit gesetzt ist. Dabei ist der große Bereich rund um die sozialen Netzwerke noch gar nicht berücksichtigt: Auch hier gehen die Kosten für Werbeanzeigen schnell in die Höhe.

Welche Risiken bringt eine Umfirmierung mit sich?

Das große Risiko, wenn Sie die Firmierung ändern, ist der Umstand, dass die neue Marke noch niemand kennt. Daher ist dem Bekanntmachen der neu eingeführten Marke höchste Priorität einzuräumen. Bedenken Sie, dass Sie Kunden vielleicht auch im persönlichen Gespräch davon überzeugen müssen, dass sich außer der Firmierung nichts geändert hat: Manche Auftraggeber tun sich schwer, hier Neuerungen den entsprechenden Platz einzuräumen.

Sie sollten sich daher bewusst sein, dass eine Umfirmierung nicht immer mit grenzenloser Begeisterung aufgenommen wird. Im worst case kann das auch zum Kundenverlust führen. Das passiert oft dann, wenn der bisherige Firmenname etabliert ist und über eine entsprechende Reichweite im online- und offline-Bereich verfügt.

Wichtig zu wissen: Wenn Sie die Firmierung ändern, bedeutet das immer eine Zäsur. Sind Sie sich dessen bewusst und nehmen diese Hürde mit der entsprechenden Vorbereitung, wird sie aber aus unternehmerischer Sicht keinen langfristigen Schaden verursachen!

Autor_in: Susanne Khammar

 

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